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Malaysia

Der Baubeginn für die Projekte auf dem Berliner „Klingelhöfer-Dreieck“, einem der letzten innerstädtischen Filetgrundstücke der City West, fand mit dem ersten Spatenstich im Mai 1998 statt. Damit wurde eine zwölfjährige und ereignisreiche Planungszeit beendet.
Seitdem das Viertel im Dritten Reich zum exklusiven Diplomatenviertel ausgebaut und im zweiten Weltkrieg dem Erdboden gleich gemacht worden war, sind viele verschieden Planungen für das Grundstück gescheitert. Zuletzt musste das eindrucksvolle World Trade Center-Projekt vom Architekturbüro Léon Wohlhage im Jahr 1991 aufgegeben werden.
1995 lobte das Land Berlin dann einen beschränkten städtebaulichen Ideenwettbewerb für den südlichen Teil des Klingelhöfer-Dreiecks aus: Entstehen sollten exklusive Botschafts- und Verbandsbauten sowie qualitativ hochwertige Wohneinheiten.
Neben den Architekten Gonzales de Leon und Serrano für die mexikanische Botschaft sind insgesamt 17 nationale und internationale Architekten beteiligt gewesen. Allein acht Bürogemeinschaften nahmen 1997 an einem Workshop teil, den Groth+Graalfs als Investoren gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr für das Tiergarten-Dreieck initiierten. Unter anderem waren dort schon Petzinka Pink + Partner aus Düsseldorf beteiligt, die später als erstes Gebäude die CDU-Parteizentrale bauten, und eben Pysall, Stahrenberg + Partner für die Botschaft von Malaysia.
Das Botschaftsgebäude von Malaysia besteht aus zwei parallel zur Klingelhöferstraße verlaufenden Bauteilen, die durch ein gebäudehohes Atrium verbunden wurden. Funktional verbunden sind die beiden Riegel durch seitliche Brücken in allen Etagen des Atriums.
Die Fassade der Botschaft besteht aus einem durchlaufenden Sockelgeschoss und darüber vier durch die Fensteraufteilung rhythmisch unterschiedlich ausgebildeten Etagen. Ein- bzw. zweigeteilte Fenster mit Rahmen aus dunklem Meranti-Holz wechseln sich ab mit schmalen Streifen aus oberflächenbehandeltem Beton. In den Empfangsräumen befinden sich aus farblich ähnlichem Teakholz kunstgewerbliche Holzschnittarbeiten eines malaysischen Künstlers.
Im Erdgeschoss des Hauses liegen die Räume des Konsulats und - parallel zur Klingelhöferstraße - die Bibliothek. Im zweiten westlich gelegenem Gebäudeflügel steht den Botschaftsmitarbeitern ebenerdig ein Gebetsraum zur Verfügung. Dort liegen auch alle repräsentativen Konferenzräume. Alle benötigten Büroräume wurden in der ersten drei Obergeschossen untergebracht, außerdem befinden sich im hinteren Riegel acht Wohneinheiten zur Unterbringung von Gästen.
Der zentrale Raum des gesamten Gebäudes ist das Atrium, in ihm treffen sich alle Verbindungswege und –brücken sowie die vertikale Erschließung der einzelnen Etagen. Großflächig verglast über beide Wände und das Dach entsteht hier die freundlich helle, das Haus prägende Atmosphäre. Die gerasterte Fensteraufteilung der Innenfassaden bekommt durch verschiebbare dunkle Holzlamellen nicht nur einen südländisch-warmen Eindruck, sondern verliert dadurch auch viel von ihrer Strenge.


Das durchaus beeindruckende Atrium mit seinen angenehmen Holzakzenten stellt sich leider auf den zweiten Blick als ein relativ hoher Raum über sehr kleiner Grundfläche heraus.

Grundstück

Klingelhöferstraße 6, 10785 Berlin

Architekten

PSP Pysall, Stahrenberg & Partner, Berlin/Braunschweig/Hamburg

Bauherr

Regierung von Malaysia

Verfahren

Vom Investor Groth + Graalfs ausgeschriebener eingeschränker Wettbewerb

Baubeginn

August 1999

Fertigstellung

November 2000

Links

Website der Architekten