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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Wettbewerb_in_Dessau_entschieden_215227.html

23.05.2008

Kein Ergebnis für Meisterhäuser

Wettbewerb in Dessau entschieden


Das dürfte der Stadt Dessau-Roßlau gar nicht passen: Der Wettbewerb für das Ensemble der Bauhaus-Meisterhäuser ist ohne greifbares Ergebnis geblieben. Die Jury unter dem Vorsitz von Carola Schäfers (Berlin) vergab keinen ersten Preis, stattdessen zwei zweite Preise. Keiner der Entwürfe wurde zur Ausführung empfohlen. Damit hat die Jury den Bemühungen der Stadt, aus touristischen Gründen das kriegszerstörte Meisterhaus Gropius wieder aufzubauen, eine Absage erteilt.

An der Jury waren noch der renommierte Denkmalpfleger Georg Mörsch (Zürich) sowie Omar Akbar (Stiftung Bauhaus Dessau) und die Architekten Roger Diener (Basel/Berlin) und Petra Kahlfeldt (Berlin) beteiligt. Sie vergab für die „zweite Phase des Realisierungswettbewerbs zur Reparatur der Gesamtanlage der Meisterhäuser in Dessau“ (so der Titel des Verfahrens) folgende Preise:

• 2. Preis: nijo architekten eth, Nina Lippuner und Johannes Wick, Zürich

• 2. Preis: Gnadler.Meyn.Woitassek (gmw), Stralsund

• 3. Preis: bsa, Alexander Buchhofer und Silvia Schneider, Berlin

• 4. Preis: Marina Stankovic Architekten BDA, Berlin

• Ankauf: Zetlmayer_dewinder_architekten_gbr, Berlin

• Ankauf: Christiane Tenbohlen-Welp und Uwe Welp, Berlin

Nijo Architekten (ein zweiter Preis) beschreiben ihren Entwurf so: „Unser Entwurf beabsichtigt, die städtebauliche Erscheinung der Gesamtanlage präzise wiederherzustellen, die Baukörper des Direktorenhauses Gropius, der Doppelhaushälfte Moholy-Nagy sowie der Gartenumfassungsmauer jedoch auf einer elementar-abstrakten Ebene zu halten. Unsere Haltung verweigert sich der Verlockung einer detailgetreuen Rekonstruktion, welche die Spuren der Zeit verunklären würde. Die neuen Baukörper sind durchwegs in schwarz eingefärbtem Fiberglas gehalten mit minimalen Berührungspunkten zum bestehenden Denkmal.“

Gnadler.Meyn.Woitassek (gmw, ein zweiter Preis) kommentieren das Verfahren insgesamt pessimistisch: „Während die Schweizer Architekten eine abstrakte Nachzeichnung des durch Bombentreffer im 2. Weltkrieg beschädigten Ensembles plädieren, wurde durch die Stralsunder Architekten ein fast minimalistischer Eingriff in die vorhandene, bereits mehrfach überformte Struktur vorgeschlagen.
Mit diesem Ergebnis wird dem bereits seit Jahren andauernde Streit um den Umgang mit dem Welterbe-Ensemble der Meisterhäuser leider nur ein weiteres Versatzstück hinzugefügt. Das Preisgericht hat die ihm zugedachte Rolle des Schiedsrichters im Grundsatzstreit über den Umgang mit der Ikone offenbar verzweifelt zurückgewiesen, während im Hintergrund und in der Öffentlichkeit bereits vor der Entscheidung gegen das Verfahren und dessen wie auch immer gearteten Ausgang mobil gemacht wurde. Jetzt ist zu erwarten, dass sich die Kritik am Verfahren auf die Preisträgerarbeiten projiziert wird – Ausgang offen!“


Die Stadt kommentiert das Wettbewerbsergebnis diplomatisch: „Die Wettbewerbsentwürfe haben einen großen Fächer von Strategien aufgezeigt. Dieser reicht von Neubauten als Ersatz für die verloren gegangenen Gebäude über die Rekonstruktion bis hin zur Beibehaltung von Fehlstellen und Gebäuden für die notwendigen Nutzungen im Umfeld.
Bei dem großen Engagement der Teilnehmer bleib festzuhalten, dass die Qualität der vorgeschlagenen Lösungen das Preisgericht nicht überzeugen konnte, einen 1. Preis zu empfehlen.
Die Zuteilung der Preise widerspiegelt unterschiedliche Erwartungen, die in den künftigen Umgang mit der Gesamtanlage der Meisterhäuser gesetzt werden. Es ist einerseits der Wunsch nach der städtebaulichen Wiedergewinnung des ursprünglichen Denkmalumfangs und andererseits die Verpflichtung, das Denkmal in seiner historischen Setzung und heutigen Gestalt zu bewahren. Die beiden 2. Preise setzen diese Positionen konsequent um. Allerdings werden sie in der vorliegenden Form nicht zur Ausführung empfohlen. Gleichwohl bilden sie aber die Grundlage, mit den Preisträgern eine Lösung zu finden, die bis 2010 zur Internationalen Bauausstellung IBA Stadtumbau 2010 in Sachsen-Anhalt umgesetzt werden wird.“



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