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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Wettbewerb_fuer_Baukultur-Sitz_in_Potsdam_entschieden_226873.html

20.06.2008

Weder offen noch geschlossen

Wettbewerb für Baukultur-Sitz in Potsdam entschieden


Einen Vorstandsvorsitzenden hat sie schon. Jetzt bekommt die Baukultur auch ein eigenes Haus: Der zukünftige Sitz der Bundesstiftung Baukultur befindet sich auf dem von kultureller Nutzung geprägten Areal der Schiffbauergasse in Potsdam. Der Wettbewerb zum Umbau des Hauses Schiffbauergasse 3, einer ehemaligen Villa, wurde als begrenzt offener, anonymer Realisierungswettbewerb mit 20 Teilnehmern nach einem vorgeschalteten, ebenso anonymen Bewerberverfahren durchgeführt. Am 18. Juni 2008 hat das Preisgericht unter dem Vorsitz von Dörte Gatermann getagt. Folgende Preisverteilung wurde einstimmig beschlossen:

1. Preis, 13.000 Euro: Springer Architekten, Berlin
Landschaftsarchitekt: Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin

2. Preis, 7.800 Euro: Lüderwaldt Verhoff Architekten, Köln
Landschaftsarchitekt: Dirk Melzer, Köln

3. Preis,
5.200 Euro: Sturm und Wartzeck, Dipperz
Landschaftsarchitekten: Mann Landschaftsarchitekten, Kassel

Das Preisgericht beurteilte den ersten Preis folgendermaßen: „Mit ebenso maßvollen wie präzisen Maßnahmen wird der Versuch unternommen, die ehemalige Villa nicht nur der neuen Nutzung anzupassen, sondern sie in einen neuen Kontext zu stellen.
Zunächst geschieht dies über die Gestaltung der Außenanlagen: Der bisher dominierende axiale Bezug zum Hauptgebäude der Kasernenanlage tritt zurück zugunsten der neuen, großzügig angelegten Eingangssituation von Nordosten. Dabei ergibt sich auch ein wohlproportionierter Platz, der dem gesamten Quartier zugute kommt.
Die andere, in der Ausführung nicht minder konsequente Maßnahme ergibt sich nach der Demontage der bestehenden Dachkonstruktion. Diese wird durch einen flachen Aufbau ersetzt, dessen inneres Gefüge sich schlüssig aus der Grundrissstruktur und aus der Tektonik des Altbaus ableitet.

Scheiben aus Ziegel-Gittermauerwerk und großformatige Verglasungen schaffen nach außen hin eine eigene Prägnanz. Dieses plastische wie geometrische Spiel soll eine eigenständige Zeichenhaftigkeit entwickeln und damit der Besonderheit der Bundesstiftung Baukultur gerecht werden. Ob das Motiv des Gittermauerwerks mit seiner Ambivalenz des ‚weder Offenen noch Geschlossenen‘ das richtige Mittel ist, wird in der Jury kritisch diskutiert – nicht zuletzt wegen des Konflikts zwischen diesem Gestaltungsmittel und der ansonsten ebenso präzisen wie unprätentiösen Haltung im Umgang mit der
ehemaligen Villa.“


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