Agora
Theater von UN Studio bei Amsterdam fertig
Am 10. März 2007 wurde der Neubau des Agora-Theaters und -Kongresszentrums in Lelystad (Niederlande) der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Neubau wurde nach den Plänen von UN Studio (Amsterdam) errichtet. Leylstad liegt unweit von Amsterdam am Ijsselmeer auf dem Polder Flevoland.
Der drei- bis fünfgeschossige Neubau bietet auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern zwei Theatersäle, einen multifunktional nutzbaren Raum, ein Restaurant und eine Bar. Die Oberfläche des skulpturalen Baukörpers ist aus unregelmäßigen Dreiecksflächen zusammengesetzt. Diese facettierte, metallische Hülle aus perforierten, orangefarbenen Blechen soll, so die Architekten, einen Moiré- oder Kaleidoskop-Effekt erzeugen.
Im Inneren verbindet eine große, einläufige Treppenanlage mit einem skulptural geformten Oberlicht die unteren beiden Geschosse.
Weitere Darstellungen des Entwurfes finden Sie in unserer Bildergalerie.
Genau die richtigen Fragestellungen, auf die es eigentlich einer Antwort bedürfte, falls 'Konzept' nicht nur ein euphemistisches Tarnwort für Willkürlichkeit im Entwurfsmarketing ist...
jahrelang habe ich den mittlerweile vom "weihrauch vernebelten" ikonen genauso gehuldigt wie sie es tun. ich habe sie bewundert und gefeiert als protagonisten, die das fenster zur zukunft wieder weit aufgestoßen hatten, mit dem wir uns endlich- von der in vielen aspekten nicht mehr zeitgemäßen- moderne emanzipieren werden können.
ich habe ihre architektursprache studiert, und schon blob´s im studium gemacht, als andere kommentatoren schnitte warscheinlich noch mit tuschestift gezeichnet haben..
je tiefer man jedoch in die spähre des vermeintlich progressiven eindringt, desto mehr wird einem oftmals die eigentliche inhaltsleere bewußt.
die wahrheit ist: die agora ist leider völlig banal!
mit jedem halbwegs vernünftigen sds- modeller (anm. subdivisionsurface) erstellt man diese form innerhalb kürzester zeit (push/ pull edges/ polygons..some rotations - that´s it). und für die noch komplexeren dinge gibt es dann diverse "manipulationtools"..
das dann leute wie sie, für die es hochkomplex erscheint, das ganze in den himmel heben, ist letztendlich der trick der rattenfänger.
ich lehne die ihrer meinung nach "progressive" architektur ganz und gar nicht ab. es geht mir vielmehr um die frage nach angemessenheit und beliebigkeit. letzteres habe ich in letzter zeit einfach zu oft sehen müssen.
wo etwa läßt sich der bezug zum genius loci am entwurf ausmachen? woher kommt die metapher für die faltung? vom felsigen untergrund?!? von den verwundeten seelen, den leiden und verfolgungen der schauspieler im nicht vorhanden repressiven system??
die faltung wegen der faltung willen? - und dann nicht mal konsequent??
die symbiose zwischen schauspiel- kunst und medien verdient ja wohl etwas mehr als ein paar falten!
un-studio schreiben dazu: "The design of the theatre explores the integration of theatre arts and new media into sculptural form. The building’s envelope is composed of an overlapping multi-faceted surface that, because of perforations, creates a moiré or kaleidoscopic effect"
eine meiner meinung nach lächerliche, nachträglich festgelegte begründung - würde auch auf jede andere expressive oder organische form mit einem beliebig anderen bezug zur sache passen!
p.s. wenn ich nicht im ausland arbeiten würde, würde ich -mit kritischem bezug -ganz sicher daran teilnehmen..
http://www.uni-weimar.de/cms/10_IBHK_2007.bauhaus-kolloquium.0.html
Es mag ja aus Ihrer Perspektive ganz angemessen sein, die üblichen Ikonen wieder mit etwas Weihrauch einzunebeln. Produktiv wird die Auseinandersetzung dadurch noch lange nicht. Es besteht durchaus eine Divergenz zwischen der Ästhetik des Scharoun'schen Innenraums und der städtebaulichen Haltung des Baukörpers, der eigentlich für den räumlichen Kontext der Schaperstraße in Wilmersdorf geplant. Innenräumlich ist die Philharmonie ein Juwel, außenräumlich insbesondere im Gesamtkontext des Kulturforums ein Desaster. Da ist nur Wisniewski davor.
Und was hier an diesem Entwurf so spektakulär daherkommt, ist der Effekt im Außenraum. Faltungstechniken kennt schon der Expressionismus, aber was ist denn so innovativ an dieser? Der Kick eines neuen Revival? Nun macht oft nicht Qualität, sondern leider stete Wiederholung den Erfolg. Ihr moralischer Empörungs-Impuls im Überlegenheitsgefühl, unbedingt aus der Architekturgeschichte lernen zu müssen, kommt aber in jedem Fall schon so gewichtig daher, wie der kategorische Imperativ des Lernens aus der NS-Geschichte. Aber was will das Bedrohliche denn wirklich kommunizieren...???