Dreifache Spielwelt
Kindertagesstätte in Erfurt fertig
Eine private und geschützte Sphäre ist im Alltag heranwachsender Kinder ebenso wichtig wie das freie Entdecken ihrer Umwelt. Ein Neubau im Erfurter Stadtteil Ringeldorf des Weimarer Büros Nitschke-Donath Architekten eröffnet nun sechzig Kindern diese Möglichkeit in einer integrativen Kita.
Sogenannte integrative Kitas zeichnen sich dadurch aus, dass Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen und Kinder ohne Behinderung in altersgemischten Gruppen gemeinsam in einer auf die Bedürfnisse der Kinder gerichteten Atmosphäre aufwachsen.
Die Kosten von insgesamt 1,6 Millionen Euro teilen sich die AWO Erfurt, die Stadt Erfurt und das Land Thüringen. Die Einrichtung ist die 13. Kita der Arbeiterwohlfahrt Erfurt. Bedarfsplanungen der Stadt Erfurt hatten gezeigt, dass im Wohngebiet Ringelberg die Einwohnerzahl von heute knapp 3.000 in den kommenden Jahren auf knapp 5.000 Bewohner anwachsen wird. Die neue Kita wurde daher dringend benötigt; die vorhandenen Plätze sind bereits alle belegt, die Kapazität soll noch 2008 auf 120 verdoppelt werden.
Die Kita, ein dreiteiliger, kubischer Flachbau, wurde auf der Anhöhe des Ringelberges im Osten Erfurts errichtet. Das offene Raumkonzept bietet helle und klare Räume mit großzügigen Öffnungen, die flexible Nutzungen bei einer Hauptnutzfläche von 1200 Quadratmetern ermöglichen. Die klare Architektursprache der kleinteiligen Anlage, die reduzierte Farb- und Materialwahl innen wie außen schafft Identität ohne die oft von Erwachsenen beabsichtigte Pseudogemütlichkeit. Die mit Holzfassaden bekleideten Baukörper sind als Kammstruktur konzipiert. Dabei werden die drei Hauptbaukörper straßenseitig von einem im Eingangsbereich verglasten Erschließungsband gehalten, dass Durchlichtung und -blicke ermöglicht. Zugleich definiert der zum Garten hin offene Kamm den Umriss der zwei Spielhöfe, die durch weiche Bodenbeläge aus Tartan optisch markiert sind. Von hier aus und aus den drei Gruppenräumen heraus fällt der Blick auf die Außenwelt mit naturbelassenen Oberflächen, zwei hölzernen Gerätehäusern und Obstgärten.
Hoffentlich bringen Kinder, Bäume und viele Klekse buntes Leben in die lahmen Buden!!
Natürlich werden sich die Kids das Gebäude mit Wandbildern und Basteleien aneignen und bunter machen als auf diesen Fotos zu erahnen. Interessant wäre, in ein paar Jahren noch mal nachzusehen, wie das Haus lebt und altert.
Zwischen all den Foster/Hadid/China/Dubai "Highlights" der letzten Zeit mal wieder was erfrischend bodenständiges, weiter so!