Wiedererkennungswert
Hadid, Gehry, Ando und Nouvel planen in Abu Dhabi
Am 31. Januar 2007 wurden die Pläne für verschiedene Kulturbauten in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, vorgestellt. Die Bauten sind Teil des Programms auf der Insel Saadiyat bei Abu Dhabi, bis 2018 für ca. 220 Milliarden Euro eine Kultur-, Freizeit- Touristenstadt zu errichten. Der Masterplan für die Anlage stammt von dem amerikanischen Büro Gensler Architects.
Für vier der Kulturbauten auf der Inseln wurden jetzt die Entwürfe präsentiert: Frank Gehry (Santa Monica) baut das örtliche Guggenheim-Museum, Zaha Hadid (London) ein Konzert- und Theaterhaus, Jean Nouvel (Paris) ein Kunstmuseum und Tadao Ando (Tokio) ein Meeresmuseum.
Gehrys Museum soll mit 30.000 Quadratmetern der größte Guggenheim-Bau weltweit werden. Das Modell zeigt den inzwischen hinlänglich bekannten Formenkanon des kalifornischen Architekten: Ein Baukörperlandschaft, in der sich verzogenen Kisten und gebogene Fassaden abwechseln.
Auch bei Zaha Hadids Bau scheint der Wunsch nach einem hohen Urheberschafts-Wiedererkennungswert eine entscheidende Entwurfsmaxime gewesen zu sein: Das Rendering zeigt einen mäandrierenden Baukörper mit abrundeten Kanten und zu Rauten verzogenen Fensteröffnungen.
Tadao Ando plant für das Marinemuseum dagegen einen reduzierten, kubischen Bau, aus dem ein großes Volumen entlang einer Kugelschale ausgeschnitten wurde. Das Gebäude steht teilweise im Wasser.
Jean Nouvels Museum für klassische Kunst besteht aus teilweise in den Baugrund eingelassenen Ausstellungswürfeln, die durch ein großes, gewölbtes Dach zusammengefasst werden.
Für die Saadiyat-Insel sind desweiteren 29 Hotels mit insgesamt 7.000 Zimmern, darunter auch ein Sieben-Sterne-Hotel, 8.000 Villen, 38.000 Appartments und 150.000 Wohneinheiten, dazu zwei Golfanlagen, drei Marinas, mehrere Museen, Kulturzentren und weitere Erholungs- und Freizeitanlagen geplant. Die Insel soll in sechs Distrikte unterteilt werden und mit Abu Dhabi über zwei zehnspurige Autobahnen verbunden werden.
und zu nouvel ... der ist immer komisch, aber er ist der einzige, der seine inspiration wirklich aus einem lokalen (global gesehen - nationalen) kontext zieht ... z.b. vor 2 monaten das neue kuturzentrum plus oper in seoul, 1. preis wettbewerb ... sieht auf den ersten blick total krank aus, passt aber wie die faust aufs auge zu tiefst zur koreanischen seele ... nouvel keep on rocking
auch einer wie nouvel, der ja auch schon sehr gutes zu stande gebracht hat, schiesst halt, wenns ausreicht, aus der huefte. seine erweiterung des museums reina-sophia in madrid zum beispiel wirkt nur aus der blickrichtung der hauptperspektive mit der er hoechstwarscheinlich den wettbewerb fuer sich entschied - ansonsten ist es meiner meinung nach voellig misslungen - es sieht aus wie zusammengeklebt (auch im detail), funktioniert nicht richtig, reagiert nicht auf den historischen bestand und fungiert eigentlich wie ein verstaerker des strassenverkehrlaerms. trotzdem ein guter architekt -nouvel - dem gerade wegen seiner groesse, wie allen seiner art, manchmal der regulativ fehlt.