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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Fertigstellung_des_Juedischen_Museums_in_Berlin_4575.html

19.01.1999

Gedenken an die Abwesenheit der jüdischen Kultur

Fertigstellung des Jüdischen Museums in Berlin


Der spektakuläre Neubau des Jüdischen Museums Berlin von Daniel Libeskind ist nach siebenjähriger Bauzeit fertiggestellt. Am 22. Januar 1999 wird die offizielle Schlüsselübergabe der Senatoren Jürgen Klemann und Peter Radunski an den Museumsdirektor W. Michael Blumenthal stattfinden. Der Bau mit einer Gesamtfläche von 10.000 Quadratmetern hat etwa 120 Millionen Mark gekostet.
Daniel Libeskind hatte mit seinem Entwurf für ein Gebäude in Form eines Blitzes den 1988/1989 ausgelobten Architekturwettbewerb zur Erweiterung des Berlin-Museums gewonnen; später fiel der Beschluß, in dem ausdrucksstarken Bau ein eigenständiges Jüdisches Museum zu etablieren. Auch deshalb wurde zum Jahresbeginn 1999 die unabhängige Stiftung Jüdisches Museum gegründet.
Die Erschließung des Neubaus erfolgt durch den Vorraum des bestehenden Berlin-Museums an der Lindenstraße, das ehemals vom preußischen Kammergericht genutzt wurde. Von dort führt eine Treppe ins Untergeschoß. Hier beginnt die 65 Meter lange „Achse der Kontinuität“, ein Gang, an dessen Ende eine Treppe die drei Ausstellungsgeschosse erschließt. Im Untergeschoß wird dieser Gang von zwei weiteren gekreuzt: Der erste führt als „Achse des Exils“ in den Garten von E.T.A. Hoffmann, in dem 49 geneigte Betonstelen stehen. Der zweite Gang („Achse der Vernichtung“) führt als Sackgasse zum Holocaust-Turm. Ein gebäudehoher, immer wieder unterbrochener Schlitz, den Libeskind „Holocaust-Void“ nennt, durchschneidet in einer geraden Linie den blitzförmigen Grundriß: Die so entstandenen, nicht zu betretenden Leerräume sollen die Abwesenheit der jüdischen Kultur symbolisieren. In die Zinkfassade des Gebäudes sind schmale Fensterschlitze eingeschnitten.
Museumsdirektor W. Michael Blumenthal sagte auf der Pressekonferenz, ein starker Bau sei ein großer Vorteil für ein Museum; wichtigste Aufgabe der Institution sei es, das Verhältnis von Juden und Nichtjuden in der 2000jährigen Geschichte des Judentums zu untersuchen und darzustellen.
Der Neubau wird erstmals am 30. Januar 1999 in der Langen Nacht der Museen für Besucher geöffnet sein. Ab Februar sollen wöchentlich Führungen durch das Gebäude stattfinden (Information und Anmeldung über die Hotline 030 / 28 397 444). Im Oktober 2000 wird die erste Ausstellung zu sehen sein.

Lesen Sie zur Eröffnung des Jüdischen Museums Berlin einen ausführlichen Bericht der BauNetz-Redaktion.


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