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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Einweihung_der_Akademieneubauten_im_Katholischen_Zentrum_Berlin_6233.html

03.12.1999

Masse wird Licht

Einweihung der Akademieneubauten im Katholischen Zentrum Berlin


Am 4. Dezember 1999 hat nach siebenjähriger Bauzeit das vom Büro Höger Hare Architekten (Berlin) geplante „Katholische Zentrum“ in Berlin erstmals seine Pforten geöffnet. Ein Teil des Gesamtensembles, der Erweiterungsbau der Katholischen Akademie, wird an diesem Tag offiziell eröffnet. Am 5. Dezember 1999 wurde in Anwesenheit des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, und des Berliner Kardinals Georg Sterzinsky dann auch die Akademiekirche feierlich eingeweiht.
Neben Kirche und Akademie entstanden auf dem 7.500 Quadratmetern großen Grundstück des "Katholischen Zentrums" eine Repräsentanz der Deutschen Bischofskonferenz, ein Hotel mit 41 Zimmern und neun Appartements, ein Tagungszentrum mit Foyer und Auditorium für 330 Personen sowie Büroflächen von ca. 4000 Quadratmetern (siehe hierzu auch BauNetz-Meldung zur Grundsteinlegung vom 17. 3. 1998 und das nebenstehende Modellfoto).
Das im Berliner Bezirk Mitte, nahe der Straße Unter den Linden und der Friedrichstraße gelegene Zentrum will an monastische Traditionen anknüpfen und ist als „Kloster in der Stadt" mit Höfen und Gärten konzipiert. Es entstand ein Garten mit Kreuzgang und ein Eingangsplatz, um den sich die kirchlich genutzten Gebäude gruppieren. Die Architekten wollten nach eigenen Angaben durch „das Zusammenspiel der Außenräume und der geschlossenen einfachen Baukörper eine ruhige gelassene Atmosphäre schaffen". Dies sollte auch durch die Wahl der Materialien zum Ausdruck kommen: Matte natürliche, farblich gedämpfte Materialien, wie Stein, Klinker und Holz bestimmen die Wirkung des Gebäudes.
Die massiv gemauerten Granitwände des kubischen Kirchenbaus scheinen sich mit zunehmender Höhe immer mehr in Licht aufzulösen. Es wurden nach oben hin zunehmend Glasblöcke vermauert, mit dem Effekt, daß „Masse zu Licht wird", wie die Architekten anmerken. Der rechteckige Sakralraum wird durch ein Dach abgeschlossen, das auf vier Eckstützen lagernd wie ein Tisch in den Raum eingestellt wurde. Der zwischen Wänden und Dach verbleibende Spalt wird durch ein umlaufendes Oberlicht geschlossen. Bei der Gestaltung des Innenraumes arbeiteten die Architekten mit dem Künstler Norbert Radermacher zusammen, die Möbel entwickelte der Designer Axel Kufus. Sie wollten weder die Architektur als eine Hülle für die Kunst noch die Kunst als eine Applikation an der Architektur verstanden wissen, erklären die Architekten, vielmehr wollten sie Kunst und Architektur in einem gemeinsamen Werk vereinen.
Am 12. Dezember 1999 können die neuen Gebäude des Katholischen Zentrums im Rahmen eines Tages der Offenen Tür besichtigt werden.

Eine Nachtansicht der Akademiekirche und eine Innenraumaufnahme sind als weitere Zoom-Bilder hinterlegt (Fotos: Matthias Broneske).


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