São Paulo – Saubere Stadt
Eine Stadt ohne Werbung in der BAUNETZWOCHE#68
Wie verändert sich eine Stadt, aus deren öffentlichem Raum kommerzielle Außenwerbung komplett verschwindet? Die brasilianische Metropole São Paulo ist seit wenigen Monaten per Gesetz ihrer Leuchtreklamen, Plakatwände und Logos beraubt – und die Mehrheit der Paulistanos findet das „tão legal“.
Eine Fotoreportage von Tony de Marco in der BAUNETZWOCHE#68 beobachtet den Stadtumbau. Außerdem zeigen wir Lotussitze, ein vietnamesisches Dschungelhaus und bedrohte Gorillas.
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ich danke für die Heiligsprechung!
Dass beide Dinge gerne in einen Zusammenhang gebracht werden, ist mir bewusst. Allerdings liefern auch die Koryphäen der Stadtbausoziologie (oder wie immer man diese Wissenschaft nennen will) bis dato keinen Beweis dafür, dass es hier wirklich eine Kausalität gibt.
Ich habe lange genug in grossen Städten der südlichen Hemisphäre gelebt, um zu wissen, dass es auf der einen Seite nur das Unvermögen, am Konsum teilzunehmen, auf der anderen Seite nur schon das Vorhandensein eines Angebots von Produkten braucht, um Kriminalität zu provozieren. Ob Produktwerbung gemacht wird oder nicht, spielt dabei nicht von Belang. Ich kenne Regionen in Afrika, in denen Reklame völlig unbekannt ist. Da keine Statistik existiert, gibt es keine offizielle Kriminalitätsrate. Dennoch ist die Kriminalität offensichtlich hoch und Bewachungsfirmen sind die beliebtesten Arbeitgeber im Land.
Illegale Quartiere (favelas) mit Werbung gezielt zu kaschieren, ist übrigens ein interessanter Gedanke. Ich werde das meinen brasilianischen Freunden in Rio de Janeiro, die seit Jahren in einem Projekt mit Bewohnern der Favela "Rocinha" (evtl. 600000 Bewohner) engagiert sind, einmal vorschlagen. Oder habe ich den Begriff "Sichtbarwerdung" falsch verstanden?
Übrigens nennen sich die Bewohner des amorphen Stadtbreies "Paulistas".
der österreichischen architekturgruppe feld72 auf der gerade stattgefundenen architekturbiennale in sao paulo, wenn ich mich recht entsinne...