San Riemo in München
Zweitplazierter Entwurf von Summacumfemmer und Juliane Greb wird gebaut
San Riemo komme aus Zürich, so war die Meldung zum vorbildlichen Wettbewerb der Münchner Initiative KOOPERATIVE GROSSSTADT eG überschrieben. In einer öffentlichen Sitzung im Juli hatte der Entwurf von Tim Schäfer, Pablo Donet Garcia und Tanja Reimer die Jury um Christian Inderbitzin, Anne-Julchen Bernhardt, Lisa Yamaguchi und Martin Steinmann überzeugt. Gebaut wird nun allerdings der zweite Preis der ARGE Summacumfemmer und Juliane Greb (Leipzig/Gent), wie am letzten Montag bekanntgegeben wurde. Der Grund ist so unspektakulär wie im Vergabewesen alltäglich: Der erstplatzierte Entwurf erwies sich nach Meinung des beauftragten Kostenplaners auch nach einer außerplanmäßigen Überarbeitungsphase als zu teuer.
Die Entscheidung für das zweitplatzierte Projekt wurde von Gremien der Genossenschaft nach einer Reihe von Beratungsgesprächen getroffen, das Preisgericht war über das Vorgehen informiert. Das Vergabeverfahren kann also auch in dieser Hinsicht den Idealen der Kooperative genügen. Dennoch weisen die Verantwortlichen löblicherweise noch einmal darauf hin, dass der Anspruch ursprünglich war, den ersten Preis des Wettbewerbs zur Umsetzung zu bringen. Willkommen in der Realität, könnte man da sagen. Zumindest aber geht es hier nicht um eine schnöde Maximierung der Rendite, sondern allein darum, dass die im Grundstückskaufvertrag fixierten Mieten mit dem Projekt der Zürcher nicht hätten gehalten werden können.
Im Vergleich zum ersten Preis ist das Projekt von Florian Summa, Anne Femmer und Juliane Greb äußerlich etwas weniger vielfältig, hinsichtlich der Grundrisslösungen aber ähnlich anspruchsvoll und vielleicht sogar noch radikaler. Sie projektieren eine matrixartige Raumstruktur, die dank zentral gelegener Küchen praktisch ohne Flure auskommt – Wohnen geht hier durch den Magen. Möglich wird dies durch nutzungsneutrale Räume, die in einer dreigeteilten, offenen Betonskelettkonstruktion angeordnet sind. Die Grundrisse lassen sich so innerhalb des vorgegebenen Prinzips nach Belieben verändern und verschalten, weshalb die Kooperative auch von einem atmenden Haus spricht.
Hinsichtlich der weiteren Pläne der Kooperative hat sich durch die Bearbeitungsphase nichts geändert: Die Fertigstellung dieses ersten Projekts ist nach wie vor für 2020 geplant – und weitere sollen möglichst bald folgen. (sb)
Alle Pläne und auch die Entwürfe der engeren Wahl unter: www.kooperative-grossstadt.de
Mehr über die Kooperative Großstadt außerdem auf der Shortlist 2017 in der Baunetzwoche#478
Und frustriert von der Arroganz Deines Kommentars. Deshalb ist mein Angebot auch ganz ernst gemeint. Ein Vorschlag, damit Du Dir - ganz sachlich - einen Einblick verschaffen kannst. Aber das willst Du nicht, oder? Du pustest lieber ins Horn...
Aber bleib einfach sachlich mit deinen frustrierten Kommentaren. Biste denn Genosse, Projektsteuerer oder womöglich gar Kostenplaner? Oder gar alles zusammen?
Darum geht es hier aber nicht, oder? Es geht darum, dass Baukultur an der Exceltabelle entschieden wird. Das eine hochkarätige Jury und deren Empfehlung weniger zählt, als eine sowieso niemals passende Kostenschätzung. Bauen ist teuer und wohnen in München noch teurer. Das ist beschissen, aber die Realität, da wird so ein Leuchtturmprojekt auch nichts dran ändern, weil es 0,50 / (Monat*m2) weniger Miete kostet. Ich habe selbst schon mal ein Jahr lang für eine Baugenossenschaft geplant und kenne das Korsett und den Anspruch sozial zu sein, aber wenn die Mietkultur nunmal komplett assozial ist, hilft das am Ende überhaupt nicht (In meinem persönlichen Fall war es sogar so, dass ein normaler Investor das ganze übernommen hatte und es nun komplett ohne sozialen Anspruch verwirklicht wird, weil die Rendite hoch genug war). Es verzerrt nur ein wenig die Realität und lässt das ganze System etwas später gegen die Wand fahren. Ich habe nichts gegen den 2. Preis und hoffe es wird gut umgesetzt, aber es war nunmal ein 2. Preis.