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02.07.2018

Postindustriell in Toronto

Ziegelfabrikumbau von LGA Architectural Partners


Die Evergreen Brick Works in Toronto, ein Gemeinschafts- und Umweltzentrum in einer ehemaligen, seit 1984 nicht mehr genutzten Ziegelfabrik, besteht bereits seit 2010. Kürzlich wurde hier eine große Fabrikhalle, das Gebäude 16, das ursprünglich zur Trocknung und zum Brand der Ziegel genutzt wurde, von LGA Architectural Partners (Toronto) umgebaut. Die Eröffnung des umgebauten Industriebaus, der aus den 1950er Jahren stammt, fand im Mai 2018 statt. Der Bauherr Evergreen ist eine Non-Profit Organisation, die sich mit der Transformation von städtischen Räumen für Zwecke der Gemeinschaft beschäftigt.

Das Gesamtgelände, dessen Masterplan von Diamond Schmitt Architects stammt, wird vielfältig genutzt. Für Workshops und Festivals und für Veranstaltungen mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Klimawandel. Dem Gebäude 16 war dabei bisher wenig Beachtung geschenkt worden, obwohl es das größte Gebäude des ehemaligen Industriekomplexes ist und unter Denkmalschutz steht. Es liegt im Hochwassergebiet, das Dach war teilweise nicht mehr vorhanden, so dass Witterung und Überschwemmungen ihm stark zugesetzt hatten.

Die Architekten arbeiteten für den Umbau mit öffentlichen Behörden, Denkmalschutzeinrichtungen und privaten Stiftungen aus Toronto und Umgebung zusammen. Die offenen Bereiche wurden überdacht und in Teilen verglast, um die Innenräume stärker mit dem Außenbereich zu verbinden. Der Überschwemmungsproblematik begegnet man mit verschiedenen Maßnahmen: Erstens wird das Wasser der Dachentwässerung in Zisternen aufgefangen und für die sanitären Anlagen und zur Bewässerung genutzt. Zweitens führen eine Bodensenke und ein Kanalsystem das Wasser vom Gebäude weg, hin zu einem See auf dem Grundstück. Drittens wurde die Erdgeschossebene um mehr als einen halben Meter angehoben und viertens für besonders schwere Überschwemmungen ein Pumpensystem eingebaut.

Im Innenraum wurden die Brennöfen und die Öfen für die Trocknung der Ziegel als industrielle Artefakte erhalten; Stahleinlagen auf dem Boden und sandgestrahlte Linien markieren die Bereiche, wo früher Fahrgleise verliefen. Graffitis erinnern an die Zeit, in der das Gelände brachlag. Der alte Boden wurde stellenweise offengelegt. Um CO2-Neutralität zu erreichen, wird das Gebäude natürlich belüftet, Erd- und solare Wärmeanlagen klimatisieren das Haus.

In diesem Sommer beginnt eine weitere Umbauphase. Zusätzliche Bildungsräume entstehen, ein großzügiges Zwischengeschoss in Holzbauweise und eine Solaranlage kommen hinzu, und Teile der Außenanlagen werden umgestaltet. (kh)

Fotos: Ben Rahn


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Die teilverglaste Fassade lässt mehr Licht in die Halle einfallen

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Wegen Überschwemmungsgefahr wurde der neue Betonboden hochgesetzt

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Die alten Brenn- und Trocknungsöfen sind als Artefakte erhalten geblieben

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Eingelassene Stahlbänder zeigen der Verlauf ehemaliger Fahrgleise

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