Pritzker-Preis für Grafton
Yvonne Farrell und Shelley McNamara ausgezeichnet
Von einem kometenhaften Aufstieg zu sprechen, wäre angesichts ihrer zahlreichen, zum Teil bereits in den 90er Jahren fertiggestellter Bauten sicherlich falsch. Und doch muss man sagen, dass sich die Karriere von Yvonne Farrell und Shelley McNamara in den letzten zehn Jahren extrem beschleunigt hat: Silberner Löwe 2012, Jane Drew Prize 2015, RIBA International Prize 2016, die Goldmedaille der RIBA 2020 und dazwischen 2018 noch die Ehre, die Biennale von Venedig kuratieren zu dürfen. Ganz folgerichtig erhält das Duo vom Büro Grafton Architects nun auch noch den Pritzker Preis, wie Tom Pritzker, Sohn des Stifters Jay A. Pritzker und Vorsitzender der auslobenden Hyatt Foundation, heute in Chicago bekannt gab.
Die Jury unter Vorsitz von Stephen Breyer, der auch André Aranha Corrêa do Lago, Barry Bergdoll, Deborah Berke, Sejima Kazuyo, Benedetta Tagliabue und Wang Shu angehörten, zeichnet Farrell und McNamara – so lässt sich die Presseerklärung verstehen – als Gesamtpaket vieler positiver Eigenschaften aus. Ihre Integrität wird gelobt, ebenso die Art und Weise, wie sie ihr Büro führen und an der Uni lehren oder auch ihre Großzügigkeit gegenüber den Kolleg*innen – und ihre Verantwortung für die Natur. Und, natürlich, ihre Hingabe an die Architektur. Ihr Biennale-Motto Freespace kann dabei zugleich auch als Anspruch an ihre eigenen Gebäude gesehen werden. In allen ihren Projekten, ob groß oder klein, geht es ihnen darum, auch bei begrenzten Mitteln neue Möglichkeiten zu eröffnen.
Mit Yvonne Farrell und Shelley McNamara werden unter den Nummern 47 und 48 erstmals in der Geschichte des Preises zwei Architektinnen aus Irland ausgezeichnet. 1978 hatten sie in Dublin ihr Büro gegründet, wo sie auch heute noch leben und arbeiten. Ihre verwirklichten Projekte fallen in viele Kategorien, aber es fällt doch auf, dass sich unter ihnen überproportional viele öffentliche Bauten befinden. Insbesondere große Uni-Gebäude wie jene in Mailand und Lima haben sie international bekannt gemacht. Auch ihr jüngst fertiggestellter Neubau für die Londoner Kingston University wird bereits gefeiert. Darüber hinaus gibt es aber auch zahlreiche kleinere Projekte aus den frühen Jahren, die bisher nur wenig bekannt sind. Das wird sich nun hoffentlich ändern. (sb)
Fotos: Iwan Baan, Federico Brunetti, Dennis Gilbert, Ros Kavanagh, Ed Reeve
Klar freue ich mich, das es Architektinnen sind und klar freue ich mich über die aufgeräumte, geradlinige und ehrliche Architektur und wünsche mir neue viele Planungen und Ergebnisse von Grafton in der Zukunft. (Was war jetzt die Frage der Kollegen? Warum sie den Preis als Männer nicht bekommen haben? das weiß ich auch nicht meine Herren, vielleicht nächstes Mal wieder ;))
genau DAS will ich eben nicht (auch wenn ich es intelektuell verstehe...): Ein Vorwort lesen, die Verfasser des Entwurfs kennen, die Idee versuchen nachvollziehen...NEIN! ich bin ein weisser, mittelalter europäischer Mann, habe also die besten Chancen DOCH NOCH den Pritzker-Preis zu bekommen, es scheitert evtl. an den Bauten, der Bekanntheit, dem Können.... Ach so: Und ich hoffe, dass eine Frau das selbe Statikprogramm hat wie ein Mann, die Bedienung desselben kann sie auch. Deswegen gehe ich davon aus das bei unterschiedlichen Gendern das selbe rauskommt: Es bleibt stehen oder es stürzt ein......
Lassen sie sich doch einfach mal auf die Aussagen von Menschen ein, die ganz offensichtlich feststellen müssen, dass es ihnen – grob vereinfacht gesagt – 'schwerer gemacht wurde' aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihre sexuellen Orientierung, usw. Kommentator*in #12 hat ihnen doch gerade einen Hinweis gegeben, anhand welchen Beispieles sie sich mit dieser Tatsache einmal beschäftigen könnten. Zwei drei Mausklicks und sie hätten das Vorwort zum erwähnten Buch lesen können. Das halten sie offenbar für überflüssig. Vielleicht wollen sie es aber auch einfach nicht verstehen. Deshalb ein Bild, das es Ihnen leichter machen könnte: Sie argumentieren in etwa so, als würden sie ein Haus ohne ausreichende tragende Konstruktion errichten, behaupten es würde fest und sicher stehen, und wenn es dann einstürzen würde, dann würden sie einfach weiter behaupten, dass es stehen könne – einfach, weil sie es sich selbst so sehr wünschen, dass das, was sie sehen können nicht wahr sein kann und darf. "Erst denken dann..." trifft es leider allzu gut.
Genau das ist es eben NICHT. Es sind Gebäude, die haben architekten geplant (nicht "gebaut" wie man immer so schön sagt) Wenns gut ist meist in Zusammenspiel mit einem offenen Bauherrn. Von einem guten Fotografen abgebildet. Und da ist es bei ALLEN und ALLINNEN egal ob Mann, Frau, Alt, Jung, schwarz,gelb, grün, Aboriginees oder Eskimo.
Wieso dürfen sie nicht schweben? Tun sie idr auf Stahlkonsolen sowieso, nur sieht man es nicht so offensichtlich...