Alt und Jung in Lankwitz
Wohnungsbau von Bollinger + Fehlig und Bernrieder . Sieweke Lagemann in Berlin
Bis 2040 werden in Berlin 222.000 zusätzliche Wohnungen benötigt. So heißt es im Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen 2040. Gegenüber dem StEP Wohnen 2030 setzt dieser einen noch stärkeren Fokus auf gemeinwohlorientierten Wohnungsbau. Damit sind vor allem landeseigene Wohnungsunternehmen wie die degewo gefordert, kostengünstigen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Eines der zahlreichen Projekte, die die größte der landeseigenen Wohnungsunternehmen derzeit plant und umsetzt, konnte im letzten Jahr fertiggestellt werden. Im südwestlich gelegenen Stadtteil Lankwitz entstanden im Auftrag der degewo sieben fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser mit 1- bis 4-Zimmer-Wohnungen, die vorwiegend dem Seniorenwohnen vorbehalten sind.
Geplant wurde das Ensemble von Bollinger + Fehlig Architekten (BFA) in Zusammenarbeit mit Bernrieder . Sieweke Lagemann . Architekten (beide Berlin). Die Freianlagen mit Spielplätzen entstanden nach Plänen von Atelier 8 (Baruth/Berlin).
Der hohe Anteil an Seniorenwohnungen ergibt sich aus der Historie des Standorts. Die Häuser ersetzen nämlich eine frühere Seniorenwohnanlage, die hier bis 2018 stand und deren Abriss lange diskutiert wurde. Eine Sanierung der in den 1960er Jahren errichteten Bauten sei aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht realisierbar gewesen, heißt es hierzu in der Lokalpresse. Die sieben Neubauten mit einer Bruttogrundfläche von rund 1.7300 Quadratmetern nehmen 113 Seniorenwohnungen und eine Seniorenwohngruppe mit zehn Bewohner*innen auf. Die restlichen 68 Wohneinheiten sind für Familien, Singles und Studierende vorgesehen.
Straßenseitig wurden die schlichten Bauten als Riegel errichtet. Dahinter entwickelt sich eine lockere Bebauung mit drei Punkthäusern und viel Grün dazwischen. Leitbild sei das Miteinander gewesen, so Architektin Hanna Lemaître von BFA. Durch die „übergenerationell gemeinschaftsfördernde Struktur“ solle das gemeinschaftliche Leben von Familien und Singles sowie von Jung und Alt ermöglicht werden. Dafür sorgt auch ein Nachbarschaftstreff, wo Service- und Unterstützungsleistungen im Alltag, Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen angeboten werden.
Die Bauten wurden als KfW-Effizienzhäuser 55 mit extensiv begrünten Retentionsdächern realisiert. Eine Holzpelletheizung versorgt die Wohnungen mit Wärme. Die Hälfte der Wohnungen wurden vom Land Berlin gefördert und können für 6,50 Euro pro Quadratmeter (nettokalt) angeboten werden. (dsm)
Fotos: Marcus Ebener
Wichtige Ziele des Stadtentwicklungsplans Wohnen 2040 sind auch die Nachverdichtung und Anpassung von bereits bestehenden Quartieren, wie sie beispielweise in Kaulsdorf oder im Märkischen Viertel umgesetzt wurden.
Bestandsgebäude im Hintergrund: Zur Sonne zugewandte Loggienbalkone als private Freifläche für die Bewohner. Neubauten im Vordergrund: Unmotivierte Balkons als Instrument zur wohnwertsteigernden Klassifizierung im Mietspiegel für den Vermieter. Singt da heimlich Billy Bragg den Architekten ein Ständchen: "Which side are you on?"
Und die Balkone sind mit als Erstes aufgefallen. Warum, warum? Mein Balkon gehört zu meiner Wohnung und ist gefühlt immer noch meine Privatsphäre und kein Präsentierschublädchen. Auf einem Bild sieht man schon, wohin das hinführt, da werden Bambusmatten hochgezogen, damit der Nachbar*In einem nicht gleich beim Schlüpperaufhängen seine Meinung geigt. Es ist echt zum Liebermannen.
Warum eigentlich? Chance verpasst denke ich !
Super!
solche kästen mit sozialwohnungen aus den frühen 70ern standen in der nachbarschaft meines elternhauses, und ich hatte immer gehofft, dass das nicht wiederkommen würde. falsch gehofft. das ist nicht cool, das ist nicht witzig, das ist auch nicht total schlimm, aber es ist total öde.