Nachverdichtung im Märkischen Viertel
Wohnanlage von Arnold und Gladisch mit DMSW in Berlin
Der 2019 beschlossene Berliner Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030 sieht unter anderem vor, 14 bestehende Wohnsiedlungen weiterzuentwickeln. Darunter fällt auch das Märkische Viertel im Norden der Stadt. Die dort rund 17.000 in den 1960er Jahren entstandenen Wohnungen gelten als erste Großwohnsiedlung des ehemaligen Westberlins. Mit dem Theodor Quartier am Senftenberger Ring sind nun 388 Wohneinheiten zum Teil für Senioren und eine Kindertagesstätte für 120 Kinder hinzugekommen. Geplant wurde die Anlage von Arnold und Gladisch Architekten mit DMSW Architekten (beide Berlin). Für die Außenanlagen zeichnen Fugmann Janotta Partner (Berlin) verantwortlich.
Auftraggeberin ist die landeseigene Berliner Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU, der mit 15.000 Wohnungen ein Großteil des Bestands im Märkischen Viertel gehört. Mit dem Projekt begegnet sie nicht zuletzt einem Defizit vieler Großsiedlungen. So richten sich die Neubauten nicht nur an neue Bewohner*innen, sondern sollen den Alteingesessenen das Bleiben im Quartier ermöglichen, auch wenn sich ihre Wohnbedürfnisse und Lebensumstände ändern. 60 Prozent der Ein- bis Fünf-Zimmerwohnungen werden an Menschen mit Wohnberechtigungsschein vermietet.
Das Projekt umfasst 33.250 Quadratmeter BGF. Die Wohnungen verteilen sich auf sechs Solitäre, die als Ensemble zwischen Schulbauten und Seniorenzentrum eingepasst sind und die Struktur des vom Senftenberger Ring gefassten, inneren Märkischen Viertels mit dem Wasser-Bassin aufnehmen. Das Seniorenwohnhaus mit der Kita in den beiden unteren Geschossen und ein Wohngebäude bilden das Entree ins Quartier. Die weiteren, in der Grundfläche nahezu gleichen Kuben variieren in der Geschossigkeit nach Süden mit dem Übergang zum Park. Spiel- und Sportbereiche sind um die Häuser verteilt, alle Altersgruppen sollen angesprochen werden und sich am Quartiersplatz treffen.
Ältere oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen sollen möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden leben können. Von den 50 barrierefreien Ein- bis Dreizimmerwohnungen sind fünf zur Rollstuhlnutzung ausgelegt sind. Die Lage der Fenster- und Balkonbrüstungen ermöglicht das Hinaussehen auch im Sitzen.
Dem bei derartigen Projekten üblicherweise knappen Budget begegnete die ARGE wie bereits bei vorigen Projekten pragmatisch und rang minimale Gestaltungsideen ab. Die Gebäude sind nicht unterkellert, Abstell- und Technikräume kommen neben dem Foyer im Sockelgeschoss unter. Die Erschließung mit gegeneinander verschränkten Treppenläufen verläuft um einen Lichthof, viele Wohnungen haben Ecklage mit Loggia oder Terrasse. Grün- und Violetttöne prägen die Fassaden, Zitate an den Wänden in den Foyers erinnern an den Namensgeber Theodor Fontane. Die begrünten Dächer speichern das Wasser und regulieren bei starker Hitze das Klima. Auf einer 20 Zentimeter dicken Schicht wachsen Gräser und Kräuter. (fm)
Fotos: Werner Huthmacher, Martin Bahr
Luft nach oben? Immer. Aber man darf auch schätzen, was geht.
Weil du denkst Du hast alles was Du brauchst Doch im MV scheint mir die Sonne ausm Arsch In meinem Block weiß es jeder: Wir sind Stars! Hier bekomm' ich alles - Ich muss hier nicht mal weg Hier hab ich Drogen, Freunde und Sex Die Bullen könn' kommen, doch jeder weiß Bescheid Aber keiner hat was geseh'n also könn' sie wieder gehn'
Lesen! Die Treppenhausidee ist sehr zu begrüßen. Aber Material, Detail, Anmutung, Licht ... Es ist mir unerklärlich, wie es zu dem Standard-Stahlgewitter kommen konnte. Das Treppenhaus von Kempe Thill, das möglicherweise Pate stand ist besser. Auch hier wäre atmosphärisch mehr drin gewesen ... So eine wirklich gute Idee muss man bis zum Ende durchkämpfen. Hier hats leider nicht gereicht. @Baunetz Eines der Schnee-Nebel-Pastell-Bilder hätte gereicht. Man muß ja nicht jede Selbstverliebtheit unterstützen!
Ein LED Treppenhaus heller als draußen ist auch was.