Fortsetzung an der Leyserstraße
Wohnungsbau in Wien von Gangoly & Kristiner und O&O Baukunst
Auf dem Areal der einstigen Theodor-Körner-Kaserne in Wien-Penzing entsteht ein neuer Stadtteil mit rund 1.000, zum großen Teil von der Stadt geförderten Wohnungen. Zwei Wohnhäuser des Büros Froetscher + Lichtenwagner, die bereits die Straßenecke besetzen, erhielten nun ein sehenswertes Zwischenstück: Gangoly & Kristiner Architekten (Wien) haben in Kooperation mit O&O Baukunst (Wien) einen Elfgeschosser für die WBV-GPA Wohnbauvereinigung für Privatangestellte errichtet. Letztere ist gemeinnützig und hat auch schon eines der beiden angrenzenden Projekte an der Leyserstraße initiiert.
Der Neubau trägt den schönen Namen Wohnhaus Rosalie und besteht aus zwei Gebäudeteilen. Direkt an der Straße positionierten die Architekt*innen ein Stadthaus mit reduzierter Höhe, das mit der gegenüberliegenden Bebauung korrespondiert. Von dort leitet ein Vorplatz zu einem scheibenförmigen Hochhaus mit engem Gartenbezug über. Das Einrücken des größeren Volumens ermöglichte den Erhalt mehrerer alter Bäume, was der Straße Charakter gibt. Das höhere Gebäude mit seinem umlaufend vorgestellten Balkongerüst aus Betonfertigteilen gibt sich offener, der niedrigere Teil etwas geschlossener.
Insgesamt beherbergt der Komplex 115 Wohnungen, eine Arztpraxis, Gemeinschaftsräume und eine Dachterrasse mit Küche auf dem niedrigeren Teil. Die Mittelgangerschließung der Scheibe begründet sich aus der bereits vorgegebenen Gebäudetiefe ebenso wie aus dem Wunsch, hier zugunsten von anderen Qualitäten möglichst effizient vorzugehen. Auch das niedrigere Stadthaus ist an diesen Gang angeschlossen. Im Bereich der Treppe wird die Erschließung aber zumindest bis an die Fassade geführt. Konstruktiv besteht der Neubau bei einer Bruttogrundfläche von 12.500 Quadratmetern aus Stahlbeton. Das Gebäude erfüllt die lokalen Vorgaben des geförderten Wohnungsbaus.
Eine besondere Rolle für das Gesamtprojekt spielt das sechste Obergeschoss. Hier konnte sich schon während der Planung eine Gruppe mit ihrem gemeinschaftlichen Wohnprojekt einbringen. Es entstanden neun separate Einheiten mit individuellen Grundrissen. Darüber hinaus waren diese Bewohner*innen auch in die Gestaltung der übrigen gemeinschaftlichen Bereiche involviert. (sb)
Fotos: David Schreyer
Wenn es großartig sein soll - und ich bin ganz klar der Meinung, dies ist eines der am wenigsten überzeugenden Projekte, die in den letzten Wochen im Baunetz vorgestellt wurden - dann müsste man doch auch sagen, warum? Und ich sehe da beim besten Willen nichts, was sich ausdrücklich auf Österreich oder auf Deutschland bezieht.
richtig leiwand, oida....
derweil wir piefke uns wegen jeder norm ins hemd machen und riesen diskussionen führen.
siehe unten.
und auch bei diesem projekt gibts den ein oder anderen kritikpunkt.
ja und?
nicht umsonst ist wien mehrmals hintereinander zur lebenswertesten stadt der welt gewählt worden.
und nicht münchen.
platz 22
und berlin....
Schon etwas ratlos kommt man also bei der Architektur an, und die verweigert sich leider der schwierigen Ausgangslage - was ebenso für die erwähnten Vorgängerbauten von Froetscher + Lichtenwagner gilt. Die Architekt*innen engagieren sich vorbildlich für Gestaltungs- und Farbkonzepte in den Treppenräumen - nur hätte man diese Ideen noch viel mehr für das äußere der Gebäude benötigt; die unförmigen Quader hätten so dringend eine gefühlvolle Hand beim Fassadenentwurf gebraucht. Stattdessen wurde hier besonders rigide und spröde geplant, das mag konzeptionell "klar" und "ablesbar" sein, trägt aber nicht zu einem positiven und lebendigen städtischen Umfeld bei. Diese Kritik betrifft nicht nur das, was wir sehen, sondern auch das, was wir benutzen: Die "Erdgeschossnutzung" direkt am Gehweg ist eine halb im Souterrain vergrabene Arztpraxis, die Fenster von innen verdeckt, fast schon auf Kniehöhe. Daneben ein leeres Abstandsgrün. Auf die Nordwohnungen wurde ja schon eingegangen, bei einem freistehenden Baukörper eine vermeidbare Ungeschicklichkeit.
Da hilft wohl nur die Flucht auf die hübsche Dachterrasse.
" ich weiß von Wiener Wohnungsbau-KollegInnen dass sie Standardtypengrundrisse entwickelt haben, die oft wiederverwendet werden können"....
als ob man da lange "entwickeln" müsste...bei X quadratmetern mit der ausrichtung Y gibts halt bei Z zimmern eine skala von grundrissen. und da kann man auch nicht viel "neu entwickeln".
und ja nordwohnungen etc sind nicht optimal, wenn man aber vor allem in innenstädten verdichten will muss man mit sowas leben, da sind unsere vorschriften in D und CH etwas daneben. bei eigentumswohnungen ist der käufer/bauherr ja selbst verantwortlich ob er damit leben will, als mieter hat man (ausser in not...) auch die wahl.
bei öffentlich gefördertem wohnraum sollten diese standards sicher eingehalten werden