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12.09.2023

Große Vorbilder

Wohnhochhaus in Tilburg von Happel Cornelisse Verhoeven


Bereits seit einigen Jahren ist die Transformation im Gang. In der niederländischen Stadt Tilburg wurden nördlich des Hauptbahnhofs etwa 75 Hektar ehemaliger Bahnflächen freigemacht. Dort wächst nun ein neues Wohn- und Geschäftsviertel. Von der ehemaligen Bebauung sind nur wenige Gebäude erhalten geblieben, darunter eine wunderschöne Drehscheibe sowie der spektakuläre Umbau eines Lokschuppens zur Stadtbibliothek durch ein interdisziplinäres Team um civic architecten. Der überwiegende Teil des Gebiets aber wird neu bebaut.

Die jüngste Fertigstellung ist gleichzeitig die höchste: das 65 Meter hohe Wohnhochhaus De Brabander unmittelbar am neuen Bahnhofsvorplatz. Die Entwürfe stammen vom niederländischen Büro Happel Cornelisse Verhoeven architecten (Rotterdam). Auffällig ist der Turm nicht nur wegen seiner Höhe, die ihn zum vierthöchsten Gebäude in Tilburg macht, sondern auch wegen seiner Form und Fassade. Floris Cornelisse sagt, man habe sich von den frühesten amerikanischen Wohnhochhäusern in Chicago inspirieren lassen. Er nennt unter anderem „The Chicago Building“ (1904) von Holabird & Roche und „The Reliance Building“ (1896) von Burnham & Root. Von diesen Prototypen habe man vor allem die Betonung der Vertikalen mit durchlaufenden Pilastern und die plastische Gestaltung mit Erkern übernommen. Dazu kommt die recht explizite, geradezu klassische Gliederung in Sockel, Körper und Giebel mit zurückgesetzten Staffelgeschossen.

Im Inneren gruppieren sich die Apartments um einen kompakten Mittelflur. Die Erker lassen sich mit Schiebetüren zum Wohnraum öffnen; geschlossen bieten sie eine isolierende Zone. Die vertikalen Lüftungsflügel seitlich der Fenster liegen hinter schallabsorbierenden Gittern verborgen. Für eine rasche Bauzeit und eine kompakte Baustellenorganisation haben sich die Architekt*innen für eine Fassade aus vorgefertigten Betonteilen mit integrierten Aluminiumelementen entschieden. Die Nahtstellen dieser Fassadenmodule liegen allerdings versteckt und bleiben damit unsichtbar. Hinsichtlich dieser speziellen Lösung habe man weitere Referenzprojekte studiert, erzählt Cornelisse, darunter etwa Arbeiten von Auguste Perret oder das „Groothandelsgebouw“ (1953) in Rotterdam von Hugh Maaskant.

Insgesamt bietet De Brabander auf 18 Stockwerken 162 Wohnungen von 65, 85, 95 oder 110 Quadratmetern. Im Erdgeschoss gibt es zwei Ladenlokale sowie den in den Niederlanden obligatorischen fietsenstalling – den großen Fahrradraum. Die Autostellplätze liegen in einer Gemeinschafts-Tiefgarage unter dem benachbarten Büro-Neubau. (fh)

Fotos: René de Wit


Video:


Zeitraffer-Video vom Bau, Video © Van de Ven Bouw

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