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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wohnhochhaus_in_Sydney_fertig_4062787.html

07.10.2014

Jean Nouvels grüner Daumen

Wohnhochhaus in Sydney fertig


Beim Anblick dieses Ensembles in Grün und Glas kommt einem das Schlagwort vom „Großstadtdschungel“ in den Sinn: In Sydney haben die Pariser Ateliers Jean Nouvel ein überwuchertes Wohnhochhaus geschaffen. Pflanzen sprießen aus den Gebäudefugen der Fassade des One Central Park (OCP) wie anderswo Moose und Gräser aus den Ritzen zwischen vernachlässigten Gehwegplatten.

Was gleichermaßen ironisch wie erhaben wirkt, soll umweltbewusstes Entwerfen demonstrieren. Die Pflanzen in Hydrokultur fungieren als „biologische Schattenspender“ und sparen so im oft heißen Sydney Energie für die Klimatisierung der Innenräume. Gleichzeitig wird der Strom für Heizung- und Kühltechnik aus Solarenergie gewonnen.

OCP sei das ikonische Kernstück der Neubebauung eines ehemaligen Brauereigeländes in der Nähe der Sydney Central Station, erläutert der Immobilienentwickler Fraser Property and Sekisui House. Damit liegt das Wohnhochhaus knapp außerhalb der Wolkenkratzerzone Sydneys. Der Bau sei auch vorbildhaft für das vertikale Wohnen in der Nähe von Verkehrsknotenpunkten.

Die Entwurfsidee war es, ein Stück Park in den Himmel zu holen. An der Südfassade des Hauses sind plateauartige, bepflanzte Terrassen angebracht, die ein scheinbar willkürliches pflanzliches Muster auf der Gebäudeoberfläche bilden. So seien nicht nur kleine private Gärten für die Bewohner entstanden, von weitem sei der Bau auch als grüne urbane Skulptur erkennbar, heißt es in der Projekterläuterung.

Um mit seiner Höhe und Masse nicht den angrenzenden Park zu verschatten, wurde der Gebäudekomplex in zwei Volumen – einen kleineren und einen größeren Turm – aufgeteilt. Auf dem kleineren Gebäude befinden sich 42 Heliostate, sich nach der Sonne ausrichtende Spiegel. Sie leiten die Lichtstrahlen um und hoch zu 320 Reflektoren, die an einer Art Ausleger des höheren Wohnturms angebracht sind. Von hier fällt das Licht auf die vom Gebäude verschatteten Bodenflächen – und bei Nacht wird die Konstruktion zu einem monumentalen urbanen Kronleuchter.

Fotos: John Gollings, Simon Wood, Murray Fredericks, all courtesy of Frasers Property and Sekisui House


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