Aufgebockt in Albstadt
Wohnhaus von Dietrich Untertrifaller Architekten
Inmitten der Hügellandschaft der Schwäbischen Alb, auf halbem Weg zwischen Stuttgart und Bodensee, liegt Albstadt. Im Ortsteil Margrethausen haben Dietrich | Untertrifaller Architekten (Bregenz) für einen privaten Bauherren ein Einfamilienhaus in Hanglage am Rand des Dorfes entworfen. Der offene Blick gen Südwesten bewog die Architekten, die beiden hier befindlichen Fassaden komplett zu verglasen. Das längliche Haus mit 190 Quadratmetern Nutzfläche und ausgeprägtem Satteldach besteht zum größten Teil aus Holz. Bei Wänden und Decken kam Weißtanne zum Einsatz, bei den Böden Esche. Nur der vorne und hinten zurückspringende Sockel, auf dem das Gebäude regelrecht über der Wiese zu schweben scheint, wurde aus Beton gefertigt.
Die Erschließung erfolgt an der Nordseite neben der Garageneinfahrt, wo durch den Rücksprung des Sockelgeschosses eine überdachte Eingangssituation entstand. Im Inneren führt eine schmale einläufige Treppe nach oben in den Wohnbereich, der sich – inklusive offener Küche – in Richtung Süden und Westen mit wandfüllenden Verglasungen zum Außenraum öffnet. Ihm L-förmig vorgelagert ist eine durch das Dach geschützte Terrasse, die an der Längsseite des Gebäudes balkonartig auskragt. An der Breitseite führt eine schlichte Metalltreppe von der Terrasse in den Garten.
Im Wohnbereich, der sich teilweise mit doppelter Raumhöhe bis unter den Giebel erstreckt, wurde mithilfe einer vom Dach abgehängten Galerie Platz für eine zweite Ebene geschaffen, auf der sich ein Arbeitsraum mit Balkon und ein kleines Bad befinden. Hier besteht die Option, durch das Einziehen einer Trennwand eine Gästewohnung oder ein Kinderzimmer abzuteilen. Schlafzimmer und großes Bad liegen auf Ebene des Wohnraums im nordöstlichen Teil des Hauses, das ohne Flure auskommt. Vor Teilen der Terrasse und dem Fenster des Hauptbadezimmers wurde für einen lichtdurchlässigen Sicht- und Sonnenschutz mit vertikalen Holzlamellen gearbeitet. (da)
Fotos: David Matthiessen
In unserem Kulturraum ist es derzeit absolut üblich, dass die Eltern in einem großen Einfamilienhaus wohnen bleiben, auch wenn die Kinder ausgezogen sind. Die Vororte und ländlichen Gegenden sind voll von großen Häusern in denen alte Paare wohnen, oder nach der Scheidung auch nur eine Person.
Wenn sich aber ein Paar direkt ein großes Haus baut, ohne lauter leere Kinderzimmer, dann ist es auf einmal ein Problem? Hier haben sich Menschen ganz bewusst für diese Größe entschieden.
Ich finde das ist ein wirklich gelungenes haus.
Und ich finde das Büro auch toll, wegweisend und, wenn ich ein junger Architekt wäre, würde ich eine Bewerbung raushauen.
Habe mir ähnliches gedacht. Grundsätzlich ein schönes Haus, klarer Grundriss. Aber schon ein Wahnsinn welches Volumen hier für 2 Personen verbaut wurde. Natürlich kann man oben theoretisch noch ein Kinderzimmer einziehen, finds trotzdem zu groÃ. Wohlfühlen würde ich mich dort zu zweit wohl nicht. Und wo ist der Sonnenschutz im Süden? Der Dachvorsprung kann hier nicht ausreichen, denke ich? Vom Blickschutz fehlt auch jede Spur. Am Abend im ausgeleuchteten Palast zu sitzen, stell ich mir ungemütlich vor. Zumindest ein blickdichter Vorhang wäre hier angebracht gewesen.