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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wohnhaus_in_Tokio_von_Apollo_Architects_8092015.html

07.12.2022

Unten massiv, oben luftig

Wohnhaus in Tokio von Apollo Architects


Wie in so vielen Tokioter Stadtbezirken reihen sich auch in Shibuya schmale Drei- bis Viergeschosser dicht an dicht. Apollo Architects kennen sich in den engen Straßen der japanischen Hauptstadt gut aus: Das ortsansässige Büro hat in den letzten Jahren zahlreiche Wohnbauten fertiggestellt, die sich in die begrenzten Raumkapazitäten einpassen. Darunter sind auffallend viele Projekte, die sich mit ihrer geschlossenen Fassade vom Außenraum abschotten – so etwa die Häuser Trane und Lattice oder das Privathaus eines Hobby-DJs, die ihr Inneres hinter einer schwarzen Hülle verbergen.

Etwas anders tritt da ihr neuestes Wohnhaus in Erscheinung. Bereits der Projektname Esprit verspricht einen Ort mit luftigem Charakter. Zwar arbeiteten Apollo Architects auch hier mit einem massiven Betonsockel. Über der Einfahrt und der geschlossenen Fassade des ersten Obergeschosses öffnet sich das Haus allerdings mit einer großzügigen Glasfassade zum Außenraum. Dahinter liegt ein unüberdachter Wintergarten, und auch ein Stockwerk höher wächst und gedeiht es auf der großen, von einer Pergola überdeckten Dachterrasse mit Außenküche. Die Verbindung von Innen- und Außenraum war dem Bauherrn, der Eigentümer eines Blumen- und Pflanzenhandels ist, ein wichtiges Anliegen.

Durch die begrünten Räume entstehen Pufferzonen, die einerseits den offenen Charakter des dreigeschossigen Hauses betonen, andererseits der dort wohnenden Familie auch ein gewisses Maß an Privatheit ermöglichen. Der Zugang zum Haus sowie ein Fitnessraum befinden sich auf Erdgeschossebene neben der großen Garage. Das erste Obergeschoss beherbergt außer des Elternschlafzimmers und zweier Kinderzimmer auch eine Bibliothek mit Arbeitsplatz. Im zweiten Stock wurden funktionale Räume wie Abstellkammer, Küche, Aufzug und Toilette entlang der Seiten angeordnet, sodass sich im Zentrum ein großer schlauchförmiger Raum erstreckt, der von Norden und Süden belichtet wird. Insgesamt verfügt das Haus über eine Bruttogrundfläche von rund 232 Quadratmetern. (dsm)

Fotos: Masao Nishikawa



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