Gemauerte Variation
Wohnhaus in London von Satish Jassal Architects
Viel Platz ist meist nicht auf Londons schmalen Reihenhausgrundstücken, weshalb hier schon länger elaborierte Erweiterungen im Untergrund entstehen – manchmal sogar illegal. Das mag auch Satish Jassal Architects (London) inspiriert haben, die ähnliches bei ihrem jüngsten Neubau im Bezirk Southwark praktizieren. Ihr Brick House entstand anstelle einer Garage auf dem rückwärtigen Teil eines Eckgrundstücks. Hinter der historischen Mauer, die erhalten werden konnte, zeigt es sich mit nur anderthalb Stockwerken. Geschlafen wird nämlich im Untergeschoss, das sich zu einem schmalen Patio öffnet.
Der Neubau mit seinen rund 125 Quadratmetern nimmt inklusive des Patios die komplette Fläche des Grundstücks ein. Darüber sind das Erd- und Obergeschoss etwas zurückgesetzt, sodass noch Platz für eine schmale Terrasse vor dem Essbereich blieb, der wiederum in die Küche übergeht. Über die Küche betritt man das Haus auch, eine schmale Außentreppe führt zudem direkt ins Untergeschoss. Im Inneren des Hauses läuft die Erschließung über ein kompaktes Treppenhaus, das direkt in den Wohnbereich im ersten Stock mündet. Belichtet wird dieses Treppenhaus durch eine Art Oberlichtlaterne aus Holz. Die ist Teil einer Kassettendecke, die – wie auch der restliche Innenausbau – an Arts-and-Crafts-Vorbilder anzuknüpfen scheint.
Überhaupt dominiert in dem kleinen Haus ein hohes Niveau an – im positiven Sinne – fast schon altmodischer Handwerklichkeit. Es fand nämlich ein roter Backstein Verwendung, der sich durch einen hohen Grad an Imperfektion auszeichnet. Dieser wurde mit zehn Millimeter breiten Fugen in drei verschiedenen Verbänden vermauert. Insbesondere die vertikale Setzung im Obergeschoss gibt dem Haus dabei auch im öffentlichen Raum einen eigenen Charakter. Hinzu kommt, dass auch Teile der Fassade in Eiche ausgeführt wurden. Damit ist die Atmosphäre der Innenräume auch an der Oberfläche ablesbar. (sb)
Fotos: Richard Chivers
Ein weiteres Wohnhaus von Satish Jassal Architects ist bei Baunetzwissen zu finden. Dieses befindet sich ebenfalls in London und zeichnet sich durch einen zweigeschossigen Wohnwintergarten aus.
Verkehrsflächenreduktion kann
im Grundriss eingeschrieben sein,
doch fragt sich, wer zur Tür rein kommt,
am Spültisch stehend, ob nicht ein
wenig mehr an Eingang hier
wär wohltuend gewesen,
(ist am Verkehr im Küchenflur
doch auch noch nichts genesen).
Ob der Essplatz durch die Nähe zum WC
gewinnt an Wert,
hingegen scheint bei Erstbetrachtung bereits abschließend geklärt.
So sparsam wie mit teurem, vermeintlich zu teurem Raum,
so wenig hält der Architekt sich aber sonst im Zaum:
Hat bei den Flächen Reduktion als Lei t/d motiv gegolten;
"Minimalist" würde er deshalb wohl niemals "gescholten"!
Und so bleibt - bei aller Achtung schöner Kreativ-Ergüsse -
die Kritik doch unter altbekannter, gültiger Prämisse:
dass bei Vielem leider Weniger gestalten sich lässt schwer,
und Zuviel wie Weniger ist lange noch kein Mehr!
Auf den ersten Blick mag hier alles konfus und etwas störrisch wirken, bis man beim zweiten Blick merkt das passt alles so. Eigentlich doch ganz einfach.
Die üblichen "Design-Verdächtigen" fehlen halt, da macht das Auge nicht mit.
Die wenigen wohl dosierten und natürlichen Materialien sind genial und heben sich erfrischend von vielem ab was man sonst sieht.
Achtung nun kommt ein in der deutschen Fachwelt verbotenens Wort: GEMÜTLICH
Ja der Innenraum empfinde ich als gemütlich. Dieser Aspekt wird ja heute nicht mehr berücksichtigt. Man baut schließlich für Magazine und Instagram.
Super Projekt.