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20.11.2013

Setzkasten

Wohnhaus in Lissabon von ARX


Wie ein überdimensionierter Setzkasten tritt es einem entgegen: das fünfstöckige Wohnhaus in Lissabon der ortsansässigen ARX Arquitectos. Mit diesem Neubau ist den Architekten eine schöne Balance zwischen Alt und Neu gelungen.

Die helle Sandsteinfassade mit ihren verschieden großen Feldern spricht eine eindeutig moderne Sprache. Die Proportionen hingegen passen sich nicht nur den Nachbargebäuden, sondern auch der traditionellen Bauweise Lissabons an: In der Höhe vermittelt das Gebäude zwischen dem höheren Bau auf der einen und dem niedrigeren auf der anderen Seite, das schmale und zugleich tiefe Haus hat mit sechs mal fünfzehn Metern typische Maße.

Die Architekten haben die Fassaden sehr unterschiedlich behandelt. Wegen der engen Straße und häufig direkt vor der Tür parkender Autos gibt sich das Haus nach vorne geschlossen – vor allem in der Sockelzone. Nach oben lockern die Architekten das Bild mit Aussparungen etwas auf. Monoton erscheint die Schauseite des Hauses dabei nicht, denn durch ihre –  ebenfalls ortstypische – Einteilung mit plastischen vertikalen und horizontalen Linien entsteht ein Rhythmus und auch – je nach Tageszeit – ein variierendes Spiel aus Licht und Schatten.

Die rückwärtige Fassade öffnet sich im Gegensatz dazu mit großen Glasflächen fast vollständig zu einem kleinen Garten. Von der Dachterrasse hat man weite Ausblicke über die Stadt und darüber hinaus auf die Hügel um Lissabon.

Innen erfüllt sich der Traum vieler Architekten, denn hier dominiert eine sparsame Materialpalette aus grauem Sichtbeton und Birkenholz. Trotz der kleinen, tiefen Räume haben die Architekten den Eindruck von Weiträumigkeit hergestellt, indem sie fast alle Zimmer mit zwei Türen ausgestattet haben, die im offenen Zustand die Flächen ineinanderfließen lassen.

Den kleine Garten bezeichnen die Planer als „archäologisches Feld“, denn hier lassen sich alle Zeitschichten seit der Entstehung des ersten Hauses auf dem Grundstück an Restbeständen wie steinernen Fundamentmauern, späteren Ziegelwänden und auch Abbruchmaterialien des Vorgängerbaus ablesen. Letztere wurde jetzt für die Pflasterung wiederverwendet.

Fotos: Fernando Guerra | FG+SG


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