Blöcke im Block
Wohnhaus in Berlin von Atelier Zafari
Prominente Lage und doch im regierungsnahen Niemandsland: Die Berliner Schadowstraße mündet zwar in die Prachtallee Unter den Linden, sie führt aber gleichzeitig ein gewisses Schattendasein mitten im Herzen der Großstadt. Es hilft dabei nicht, dass sie maßgeblich von nur zwei Großbauten dominiert wird. Im oberen Straßenabschnitt sorgt nun aber seit Kurzem ein Gebäude von Atelier Zafari für etwas Abwechslung. Das Büro mit Sitz im Prenzlauer Berg hat hier das siebengeschossige Wohn- und Geschäftshaus Licht und Schadow umgesetzt, das zumindest ein paar architekturbegeisterte Besucher*innen in die Gegend locken dürfte.
Zurück geht das Projekt auf einen geladenen Wettbewerb, der im Jahr 2017 durchgeführt wurde. Auf einem rund 360 Quadratmeter großen Eckgrundstück sollte ein Objekt mit Mieteinheiten errichtet werden. Atelier Zafari überzeugten mit einem skulpturalen Entwurf von geradezu archaischer Anmutung. Radikal reduziert und ohne störende Details stapeln die Architekt*innen großformatige Platten und Blöcke aus hellem, fast weißen Beton. Die geschlossenen Volumina ragen dabei bis tief in die Grundrisse, wo sie dienende Räume aufnehmen. Die Räume zwischen den Blöcken sind geschosshoch verglast.
Die unteren beiden Geschosse nehmen jeweils eine Büroeinheit auf. In den fünf darüber liegenden Etagen befinden sich insgesamt zwölf Mietwohnungen. Zwei davon sind als Maisonetten ausgebildet. Diese erstrecken sich über das 5. und 6. Stockwerk und haben Zugang zu privaten Dachterrassen. Das Untergeschoss beherbergt Fahrrad- und Müllräume sowie Technik- und Lagerflächen. Auch im Gebäude setzt sich das reduzierte Äußere in ästhetischer Hinsicht fort. Böden aus grauem Terrazzo sorgen für eine kühle Atmosphäre.
Was beim Blick auf die Grundrisse auffällt, sind die fließenden Raumfolgen, die ohne herkömmliche Türen auszukommen scheinen. Konkret lassen sich die einzelnen Zimmer aber mit raumhohen Schiebeelementen verschließen – im meist pragmatischen Mietmarkt jedoch allemal ein ungewöhnliches Konzept. Dass das Ganze angesichts des gebotenen Standards nicht ganz billig ist, dürfte dabei niemanden überraschen. Nur eine Einheit ist aktuell noch zu haben – zu kalten Quadratmeterpreisen jenseits von 25 Euro. (sb)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- Atelier Zafari
- Team:
- Sohrab Zafari, Bejamin Dix, Barbara Zofia Grzeszek
- Bauherrschaft:
- privat
- Fläche:
- 2.065 m² Geschossfläche







aber verdammt cool!!
Aber was macht der Bodenablauf in der Küche?