Weißer Marmor im Trendbezirk
Wohnhaus in Berlin-Mitte fertig
Die Spandauer Vorstadt in Berlin bildet die Schnittstelle zwischen Mitte und Prenzlauer Berg – und ist somit ein angesagter Trendstadtteil. Auf einem der letzten großen freien Grundstücke dort entstand jetzt das Wohnhaus Linienstraße 218/219 mit 26 Eigentumswohnungen in verschiedenen Größen zwischen 75 und 300 Quadratmetern Wohnfläche. Dabei sind unterschiedliche Typologien von der Geschosswohnung bis zur Maisonette-Wohnung mit eigenem Hauseingang vertreten.
Der Neubau wurde von den Berliner Architekten Gewers & Pudewill entworfen und als fünfgeschossiges Gebäude mit einem verglasten Penthouse realisiert. Die weiße Marmorfassade in Kombination mit zum Teil gerundeten Glasflächen soll dem Gebäude eine „edle Eleganz“ verleihen, „die sich von der bestehenden Bebauung der Spandauer Vorstadt eindrucksvoll abhebt“ (Architekten). Großformatige, geschossweise versetze Fenster sollen eine lebendige, differenzierte Fläche erzeugen, in die sich die großen Loggien in der Rückerstraße nahtlos einfügen. Nochmals die Architekten: „Die Fassade lebt durch die Präzision und Feinheit des Fugenbilds und ihrer ideenreichen Detaillösungen.“
Städtisches Bauen verlangt in meinen Augen eine gewisse Kongruenz zwischen Funktion und gestalterischem Anspruch. Einzelne Bauten, die sich "eindrucksvoll abheben", sind ja OK, solange sie herausgehobenen Nutzungen dienen, etwa öffentlicher Art. Alles andere ist Effekthascherei.
"Edle Eleganz" war angestrebt, totale Ignoranz ist dabei rausgekommen.
Ob dasGebäude in die Umgebung passt, lässt sich für mich nicht feststellen - finde aber den Kommentar von GERO völlig daneben. In jedem Haus mit Glasscheiben spiegelt sich die Sonne, was zu Blendwirkungen führen kann. Dabei spielt es keine große Rolle, ob die einzelnen Scheiben groß sind und vor die Fassade gesetzt sind wie hier oder ob sie kleiner sind.
Ist so eine 0815 Kiste wirklich eine Meldung wert? Sommerloch?