Blätter im Beton
Wohn- und Geschäftshaus von sommer + sommer in Berlin
Es hat etwas von einem Park, das Grundstück an der Köpenicker Lindenstraße, mit seinen zwei riesigen alten Eichen. Und lag doch lange brach. Bis das Berliner Büro sommer + sommer sich dem 3.700 Quadratmeter großen Grundstück im Südosten der Hauptstadt annahm – im wahren Wortsinn: Die Architekt*innen fungierten als Projektentwickler, übernahmen Finanzierung und Organisation des Wohn- und Geschäftshauses und verwalten die 53 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten. Und konnten dabei baulich derart überzeugen, dass das Projekt mit dem 2. Platz des KfW Award Bauen in der Kategorie Neubau ausgezeichnet wurden.
Nur einen Steinwurf von der Spree und der Köpenicker Altstadt entfernt liegt der fünfgeschossige Neubau. Reiht sich ein zwischen Neubaublöcken einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft und einem denkmalgeschützten Schulbau. Der trapezförmige Grundriss, zur Straße schmaler werdend, und die entsprechende Staffelung der Wohnungen, erlaubten von jeder Loggia einen Blick auf die Straße, heißt es in der Projektbeschreibung. Die ist vierspurig, mit Straßenbahn in der Mitte. Wer Glück hat, schaut darüber hinweg und erhascht vielleicht einen Blick auf die Spree.
5.468 Quadratmeter Bruttogrundfläche bietet der monolithische Baukörper, der aus Sichtbeton-Fertigteilen besteht. Drumherum die offene Struktur der Loggien. Und im Garten ein futuristischer Kunststoffpavillon aus den 1970er Jahren, der als Gästewohnung dient. Die Mietwohnungen seien für den normalen Geldbeutel gemacht, für ganz normale Menschen, wie die Architekt*innen sagen. 8,2 Millionen Euro kostete der Bau am Ende. Und das in energetisch hohem KfW-55-Standard mit Eisspeicherheizung und Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Um die Naturverbundenheit und den ökologischen Anspruch auch nach Außen deutlich zu machen, wurden die Blätter der alten Eichen vom Grundstück in den Beton der Fassade eingestreut. Nach dem Trocknen hinterließen ihre Abdrücke ein pflanzliches Ornament. Als grüne Blätter in grauem Beton. (kat)
Fotos: Werner Huthmacher
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zum Gebäude: Ich glaube dass das deutlich besser wirken würde wenn die Gebäude-Grundfläche nur halb so groß wäre.
Bei der Größe ist mir das zu viel Wiederholung, und erweckt gleich den Eindruck der Platte.
Da fehlt dann einfach etwas Abwechslung
Vielleicht eher ein Wartburg 311 oder 313?
das dürfte wohl ein Opel Kapitän A sein.
Für ein zeitgenössisches Gebäude wirkt das Haus wirklich ganz angenehm auf mich. Die Fassade ist schön strukturiert, nicht so glatt und mit durcheinandergewürfelten Fenstern wie all die anderen Wohnhäuser, die zur Zeit gebaut werden. Die Balkone sind gut integriert, keine Sprungbretter oder rausgestreckte Zungen. Und vor allem: Der Architekt hat sich getraut, dem Gebäude eine Farbe zu geben.
Die Blätter an der Fassade finde ich etwas albern, aber die fallen auch kaum auf. Insgesamt ist es ein angenehm unaufdringliches Gebäude, an dem man sich wahrscheinlich nicht so bald satt sieht und das sich gut einfügt.
(P.S.: kann jemand erkennen, was für ein Autotyp das rechts unten im Bild ist?)
Sei's drum: die Betonausführung gefällt, auch im Innenbereich. Dafür "dicker Daumen hoch".
Die Farbigkeit ist dann wieder Geschmackssache - meins ist das Grün nicht...
Bedauernswert und auf dem üblich niedrigen Niveau sind die Wohnungsgrundrisse. Wohnungen für mehr als 1 bis max. 2 Personen scheinen notwendiges Übel und sind gekennzeichnet durch sehr schlecht Raumzuschnitte. Sehr, sehr schade..