Die Hülle nicht fallen lassen
Wohn- und Geschäftshaus von blauraum in Hamburg
Hohe Luft, so nennt sich ein Philosophie-Magazin, Hoheluft heißt auch ein Stadtteil in Hamburg. Möchte man von der Innenstadt in diesen Bezirk gelangen, dann passiert man unweigerlich auch die Hoheluftchaussee. Hier hat das Büro blauraum (Berlin, Hamburg) soeben ein Wohn- und Geschäftsgebäude fertiggestellt, ein aufrechter Quader aus sechs Stockwerken. Die verglaste Front bildet einen Kontrast zum Straßenblock, der vor allem aus Nachkriegsbauten aus hellem Backstein besteht.
Trotz ihres schönen Namens ist die Chaussee vielbefahren und geräuschvoll. Daher haben die Architekten ihren Entwurf darauf ausgerichtet, den Schall von der Straße im Innenraum möglichst stark zu dämpfen. An den zentralen Massivkern des Baus legen sie zur Straße hin nicht nur eine thermische Hülle, sondern auch eine Art akustischen Mantel. Eine zweite Fassade aus Glas ist dem Kern vorgestellt, Loggien aus Holz bespielen den Zwischenraum. Die Pfosten-Riegel-Konstruktion der Glashülle ist in einzelne Elemente unterteilt und spiegelt in ihrer Linienführung die Höhe der Geschosse und die Breite der dahinter liegenden Räume wider.
Pro Etage haben blauraum jeweils zwei Wohnungen angelegt – lediglich das Dachgeschoss enthält nur eine große Wohnung mit Dachterrasse. Gewerbeeinheiten wurden im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss platziert. Bei der Grundrissplanung legten die Architekten den Fokus auf das ruhige Wohnen zum Hof hinaus: Großzügige Fensterflächen schaffen gute Lichtverhältnisse für Wohnräume, während versetzt angeordnete Balkone den Bewohnern gleichzeitig ausreichend Privatsphäre ermöglichen. Betonen blauraum zur Straßenfront vor allem die zweidimensionalen Linien der Glasfassade, so strukturieren sie die Gartenfassade über die räumlich herausragenden Balkonwürfel. (sj)
Fotos: Werner Huthmacher
So einfach ist des Rätsels Lösung manchmal und so banal, lieber Hamburger...
1) Frage ich mich, ob die Nörgelei wirklich daher kommt, dass Blauraum die Latte so hoch gelegt hat.
2) Ich bin heilfroh, dass ich nix von der angeblich hohen Latte weiß und das Gebäude einfach mal in Kontext der Umgebung und ansonsten völlig unvoreingenommen betrachten kann (daher froh "nur" ein Designer zu sein).
3) Dass die Kritik übertrieben ist, zeigt Kommentar 6 der sich über den angeblich lieblosen Sockel aufregt. Häääh?!
Vielleicht kann ja mal jemand von blauraum erklären, was die stadträumliche Intention dabei war...
Lange Rede kurzer Sinn: Ihre Ausführungen be- als widerlegen mich eher.
P.S. Wenn Sie Ihren Beitrag wenigstens mit vollem Namen gezeichnet hätten, wäre ich übrigens eher geneigt gewesen, Ihnen zuzustimmen. Mit unsachlicher und geschmäcklerischer Kritik mag man Leben müssen. Sie ist aber verzichtbar und gerade eines vorgeblichen Architekten nicht würdig.
sprich: blauraum haben die latte selber zunächst hoch gelegt und danach gerissen - warum, wissen wir nicht. kosten-/termindruck, persönliche problemchen, schlechte baufirmen und vieles mehr können dazu führen, dass gute, klare entwürfe am ende nicht so umgesetzt werden, wie es ursprünglich der plan war.
und gerade solche entwürfe, die knapp daneben liegen, ärgern (zumindest mich) mehr als der ganze 98%-trash drumherum, bei dem eh hopfen und malz verloren sind...
und @ jörg kempf: ich zum beispiel bin bauender, "echter" architekt und messe meine eigene arbeit nach den gleichen maßstäben. und falls hier im baunetz mal ein haus von uns zu sehen sein wird, darf die 'community' sich gern das maul zerreißen - mit dieser kritik müssen architekt und architektur dann auch leben können.