Den Düttmann erweitern
Wettbewerb zum Brücke-Museum Berlin entschieden
Den Düttmann erweitern
Wettbewerb zum Brücke-Museum Berlin entschieden
Das 1967 nach Plänen von Werner Düttmann entstandene Brücke-Museum in Berlin-Dahlem muss dringend saniert werden. Nun wurde ein Wettbewerb entschieden, der auch Vorschläge für eine Erweiterung macht. Das Ergebnis wird Debatten auslösen.
Das Brücke Museum ist nicht nur für seine herausragende Sammlung bekannt. Der Museumsbau mit den vorzüglichen Oberlichtern und immer wieder überraschenden Ausblicken in den Waldgarten gehört zu den museumshistorisch bedeutsamsten Bauten seiner Zeit. Der damalige Berliner Senatsbaudirektor Werner Düttmann kondensierte hier viele modernistische Ideen zur Inszenierung von Kunstwerken mit Naturlicht in intimer, wohnlicher Umgebung und mit enger Bindung an die Natur.
Diesen Bau aus Stahlbeton und Kalksandstein mit den wunderbaren Holzböden und breiten Holzfensterrahmen angemessen zu sanieren, ist eine Herausforderung. Zudem soll er erweitert werden. Denn das Brücke-Museum, entstanden aus kleinen Privatschenkungen, ist inzwischen zu einer der bedeutendsten Expressionisten-Sammlungen der Welt gewachsen. Seit Jahren fordert es neue Flächen für Sonderausstellungen, moderne Depots, Verwaltung, Forschung, Didaktik und ein Café. Dabei muss der Waldgarten mit den alten Kiefern berücksichtigt werden, auch wenn er rätselhafter Weise nicht unter Denkmalschutz steht. Nahtlos geht er in den Waldgarten des Kunsthaus Dahlem und in die Gärten der benachbarten Villen über.
Diesen Bau aus Stahlbeton und Kalksandstein mit den wunderbaren Holzböden und breiten Holzfensterrahmen angemessen zu sanieren, ist eine Herausforderung. Zudem soll er erweitert werden. Denn das Brücke-Museum, entstanden aus kleinen Privatschenkungen, ist inzwischen zu einer der bedeutendsten Expressionisten-Sammlungen der Welt gewachsen. Seit Jahren fordert es neue Flächen für Sonderausstellungen, moderne Depots, Verwaltung, Forschung, Didaktik und ein Café. Dabei muss der Waldgarten mit den alten Kiefern berücksichtigt werden, auch wenn er rätselhafter Weise nicht unter Denkmalschutz steht. Nahtlos geht er in den Waldgarten des Kunsthaus Dahlem und in die Gärten der benachbarten Villen über.
Für die Erweiterung und Sanierung des landeseigenen Brücke-Museums hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen einen Realisierungswettbewerb für Planungsteams aus Architektur und Landschaftsarchitektur ausgelobt. In der offenen ersten Phase waren 241 Entwürfe eingegangen. 18 hat die Jury unter Leitung der Architektin Jórunn Ragnarsdóttir zur weiteren Bearbeitung ausgesucht. In der zweiten Sitzung vergab sie drei Preise und drei Anerkennungen.
Die hohe Beteiligung und die Auswahl in der zweiten Runde hat also keineswegs zu einem Durchbrechen der Dominanz von Berliner Büros in Berliner Wettbewerben geführt.
- 1. Preis: Barkow Leibinger (Berlin) mit fabulism Landschaftsarchitektur (Berlin)
- 2. Preis: heneghan peng architects (Dublin) mit Juca Landschaft und Architektur (Berlin) mit adb Büro für Architektur, Denkmalpflege und Bauforschung Steffen Obermann (Berlin)
- 3. Preis: bächlemeid architekten stadtplaner (Berlin) mit Planorama Landschaftsarchitektur (Berlin)
- Anerkennung: ARGE NOTO, Hamburg + Büro Wortmann Gork (Berlin) mit POLA Landschaftsarchitekten (Berlin)
- Anerkennung: rw+ Gesellschaft von Architekten (Berlin) mit YLA Ando Yoo Landschaftsarchitektur (Hamburg) mit pin-planende Ingenieure (Berlin) mit Hartwich Bernhardt Ingenieure (Berlin)
- Anerkennung: Frölichschreiber Architekten (Berlin) mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten (Dresden)
Die hohe Beteiligung und die Auswahl in der zweiten Runde hat also keineswegs zu einem Durchbrechen der Dominanz von Berliner Büros in Berliner Wettbewerben geführt.
Barkow Leibinger (1. Preis) schlagen zwei große, mit geschlossenen Wandscheiben gerahmte Kuben für Wechselausstellungen vor, an diese anschließend kleinere Kuben für einen Lernraum und die Bibliothek. Licht fällt über Lamellen an den Decken und die Fensterwände Richtung Nordwesten und Südosten ein. Sie öffnen die Räume zwar nach außen, rauben aber viel Hängefläche für Kunstwerke. Die Säle für die Präsentation der meist klein- und mittelformatigen Werke expressionistischer Maler erscheinen sehr weiträumig und dürften dank des Kunststeinfußbodens auch hallig werden.
Das Café ist in einem weitgehend verglasten Anbau direkt neben dem historischen Brücke-Museum untergebracht. Der bisherige Waldgarten würde durch die Umbauung verwandelt werden zu einem Gartenhof, in dem das Kunsthaus Dahlem, der Neubau und das historische Brücke-Museum mit straff reckteckig gelegten Pfaden zu einem Ensemble zusammengebunden sind.
Das Café ist in einem weitgehend verglasten Anbau direkt neben dem historischen Brücke-Museum untergebracht. Der bisherige Waldgarten würde durch die Umbauung verwandelt werden zu einem Gartenhof, in dem das Kunsthaus Dahlem, der Neubau und das historische Brücke-Museum mit straff reckteckig gelegten Pfaden zu einem Ensemble zusammengebunden sind.
Der Vorschlag von heneghan peng architects (2. Preis) ist deutlich knapper in den Ausmaßen, weil etwa die Didaktik und die Bibliothek ins Sockelgeschoss verlegt werden. Mit der dunklen Holzfassade hält er sich ästhetisch demonstrativ zurück. Die Ausstellungsräume sind ausschließlich von oben belichtet. Kleine Terrassen öffnen den Blick zu einem der Seen im Grunewald und in den Waldgarten. Das Café kommt in dem von Düttmann entworfenen Nebenbau des Museums unter. Das Gelände des Kunsthaus Dahlem ist vor allem als Anlieferungsweg eingeplant.
Der Entwurf von bächlemeid architekten (3. Preis) nutzt noch mehr Grundfläche als der erste Preis, wirkt im Grundriss und den Ansichten aber offener. Wandscheiben, konsequent an der Geometrie des Brücke-Museums ausgerichtet, fassen die Räume seitlich ein, die Fensterwände sind nach Nordosten und Südwesten gerichtet. Alle neuen Nutzungen sind im Anbau untergebracht, der Düttmann-Bau ist damit musealisiert. Möglich wird das, weil die Wechselausstellungsräume in das Sockelgeschoss verlegt wurden, damit das Erdgeschoss frei für den Alltag mit der Didaktik oder der Bibliothek ist.
Der Weg zur Realisierung birgt allerdings noch Hürden. Die größte: Der Berliner Senat hat bisher knapp 26 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, davon nur etwa 9 Millionen für die Sanierung des Altbaus. Angesichts der aktuellen Baukosten, des Sanierungsbedarfs im Brücke-Museum und der geplanten Tiefbauarbeiten nahe einem der Grunewaldseen erscheint diese Kalkulation – vorsichtig gesagt – gewagt.
Hinzu kommen absehbare Zeitverzögerungen. Kultur- und Bauverwaltung haben bisher weder die Nachbarschaft informiert, die durch die Bauarbeiten und die Veränderungen des Waldgarten-Charakters unmittelbar betroffen ist, noch war das benachbarte, ebenfalls von Berlin geförderte Kunsthaus Dahlem in die Wettbewerbsvorbereitungen eingebunden. Im für Berlin typischen Behörden-Pingpong verweisen die Verwaltungen jeweils auf die Zuständigkeit der anderen.
Erst als sich die Kunsthaus-Dahlem-Leiterin Dorothea Schöne bei den Senatoren beschwerte, wurde sie von Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeld zur letzten Jury-Sitzung eingeladen. Viel zu spät, um zum Beispiel über das geplante Café und die Baustelle zu sprechen. Ein neues Café im Brücke-Museum und eine jahrelange Baustelle würden, so Schöne, die Existenz des beliebten Kunsthaus-Cafés wenige Meter entfernt gefährden. Auch hätte man im Vorfeld über die gemeinsame Nutzung der Didaktikräume, der Bibliothek, sogar von Depots sprechen müssen. Dabei wäre möglicherweise ein reduziertes Raumprogramm für das Brücke-Museum deutlich geworden. All das wird nun nachträglich debattiert werden müssen.
Der Weg zur Realisierung birgt allerdings noch Hürden. Die größte: Der Berliner Senat hat bisher knapp 26 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, davon nur etwa 9 Millionen für die Sanierung des Altbaus. Angesichts der aktuellen Baukosten, des Sanierungsbedarfs im Brücke-Museum und der geplanten Tiefbauarbeiten nahe einem der Grunewaldseen erscheint diese Kalkulation – vorsichtig gesagt – gewagt.
Hinzu kommen absehbare Zeitverzögerungen. Kultur- und Bauverwaltung haben bisher weder die Nachbarschaft informiert, die durch die Bauarbeiten und die Veränderungen des Waldgarten-Charakters unmittelbar betroffen ist, noch war das benachbarte, ebenfalls von Berlin geförderte Kunsthaus Dahlem in die Wettbewerbsvorbereitungen eingebunden. Im für Berlin typischen Behörden-Pingpong verweisen die Verwaltungen jeweils auf die Zuständigkeit der anderen.
Erst als sich die Kunsthaus-Dahlem-Leiterin Dorothea Schöne bei den Senatoren beschwerte, wurde sie von Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeld zur letzten Jury-Sitzung eingeladen. Viel zu spät, um zum Beispiel über das geplante Café und die Baustelle zu sprechen. Ein neues Café im Brücke-Museum und eine jahrelange Baustelle würden, so Schöne, die Existenz des beliebten Kunsthaus-Cafés wenige Meter entfernt gefährden. Auch hätte man im Vorfeld über die gemeinsame Nutzung der Didaktikräume, der Bibliothek, sogar von Depots sprechen müssen. Dabei wäre möglicherweise ein reduziertes Raumprogramm für das Brücke-Museum deutlich geworden. All das wird nun nachträglich debattiert werden müssen.
Zum Thema
Die Ausstellung mit den Entwürfen beider Wettbewerbsphasen eröffnet am Montag, 28. September 2026, um 18 Uhr. Sie ist vom 29. September bis 9. Oktober 2026, montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr zu sehen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Fehrbelliner Platz 4, Raum 4151, 10707 Berlin.
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bächlemaid durchaus auch interessant. Allerdings: der vorgeschlagene Besuchertunnel ist mit Treppauf Trepppab in diesem doch kleinen Haus und Ausstellung übertrieben kompliziert und unkomfortabel, die ausgelutschte Idee der Sitztreppe macht es nicht besser.
Ach, fast könnte ich den Eindruck gewinnen, die Welt ist noch in Ordnung, die Erde kreist immer noch um die Sonne und der Senat um sich selbst.
Schade ist bloß, dass ich die Fertigstellung einer dieser doch recht gelungenen Entwürfe vermutlich deshalb nicht mehr erleben werde.
Wirklich auffällig, wie sehr sich die Kollegenden dem vorgegebene Bestand beugen.
Aber vielleicht hat das auch mit Frau Ragnarsdottir zu tun, die ja leider nicht mitmachen konnte, aber so immerhin Schlimmeres verhütet hat (vermute ich jetzt mal).
Hauptsache der olle Düttmann bleibt stehen - er wird ja gerne mal abgerissen - und ist weiter betretbar, mit seiner schön lichten (Wald) und schön gruselnden (Breker) Umgebung.
Danke.