Genossenschaftlich urban
Wettbewerb in München-Neufreimann entschieden
Es sind keine leichten Zeiten für den Wohnungsbau. Hohe Zinsen und Baukosten beherrschen die Lage, so manche renditegeschmälerten Akteure kapitulieren angesichts der prekären Situation. Indessen sehen sich gerade auch gemeinnützig orientierte Wohnungsunternehmen mit den konjunkturellen Schwierigkeiten konfrontiert. Ende 2023 wurde ihnen und ihren Mitgliedern im Zuge der Haushaltssperre ein zusätzlicher Dämpfer verpasst – durch die zwischenzeitlich ausgesetzten und erst seit Kurzem wieder aufgenommenen Förderprogramme Genossenschaftliches Wohnen der KfW-Bank sowie Klimafreundlicher Neubau (KFN).
Doch kämpfen Genossenschaften weiter um ihre Bauvorhaben und damit um die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Noch dazu gehören sie zu den Treibern alternativer urbaner Wohnformen, wie einige Beispiele in München zeigen. Dort sind Genossenschaften zentrale Akteure in verschiedenen Neubaugebieten, die derzeit entstehen. Darunter ist etwa die Kooperative Großstadt, die in der Messestadt Riem mit San Riemo große Beachtung erntete. Vor Kurzem konnten sie außerdem einen weiteren, gemeinschaftlich orientierten Wohnungsbau fertigstellen, das Projekt Freihampton im Stadtteil Freiham.
Nun soll auf dem Konversionsareal der ehemaligen Bayernkaserne, dem Neubaugebiet Neufreimann, ein Gebäude mit rund 100 Wohnungen entstehen. Der zugehörige, europaweit ausgeschriebene und offene Realisierungswettbewerb schloss im Herbst 2023 ab, diesmal unter dem programmatischen Titel: Freimundo – Klima Gerecht Leben. Von der Jury unter Vorsitz von Oliver Lütjens wurde in einer öffentlichen Sitzung der Beitrag der ARGE menu surprise + wurzelsieben (Berlin und München) mit den Landschaftsarchitekt*innen OTTL.LA (München) mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Zwei 3. Preise und ein 4. Preis rundeten das Ergebnis ab. Elf Anerkennungen von insgesamt 116 teilnehmenden Teams waren die weitere Bilanz. Die Auszeichnungen im Überblick:
- 1. Preis: ARGE menu surprise (Berlin) + wurzelsieben (München) mit Landschaftsarchitekt*innen OTTL.LA (München)
- ein 3. Preis: Sophie Delhay Architecte (Paris) mit Lokus Landscape (Brüssel/Paris)
- ein 3. Preis: pool Architekten mit EDER Landschaftsarchitekten (beide Zürich)
- 4. Preis: Schenk Architecture Atelier (Antwerpen) mit Maurus Schifferli (Bern)
Auf dem 60 Hektar großen Areal von Neufreimann soll bis 2030 Lebensraum für rund 15.000 Menschen entstehen. Der Masterplan stammt von den Büros Max Dudler sowie Hilmer & Sattler und Albrecht mit Adelheid Schönborn Gartenarchitektin. Das Gebiet kennzeichnet eine hohe urbane Dichte, der Bebauungsplan lässt dabei im Schnitt eine Geschossflächenzahl von 3,0 und eine Grundflächenzahl von 0,8 zu.
Im Fokus des Wettbewerbs für Freimundo stand die Diskussion mit künftigen Bewohner*innen, was ein klimagerechter Wohnalltag für sie bedeutet. Dabei ging es vor allem um angemessenes Wohnen für diverse Lebenswirklichkeiten und Angebote im Sinne der Suffizienz. Der Entwurf der Erstplatzierten öffnet den Teilblock zur Nachbarschaft, betont die Erdgeschosszone, in der Werk- und Projektflächen untergebracht werden und schafft dazu ein grünes, gemeinschaftlich nutzbares Dach. Die Struktur aus Stahlbeton und Holzelementen mit hohem Vorfertigungsgrad sowie Kubatur und Fassade sind bewusst einfach gehalten.
Beeindruckt hat die Preisrichter*innen vor allem das Wohnkonzept: „Der poetische Ansatz des mysteriösen Narnia Wandschranks als durchlaufende Mittelzone, die zwischen dem gemeinschaftlichen und individuellen Wohnen funktional und räumlich vermittelt, wird von der Jury ausnahmslos gewürdigt.“ (sab)
Von dem Rest mal abgesehen
Sie haben ja teilweise ganz sinnvolle Diskussionsansätze anzubieten.....versuchen Sie mal sich vor dem Schreiben Ihrer Kommentare etwas zu beruhigen und nicht immer direkt in den Beleidigungsmodus zu verfallen....auch Westdeutsche sind Menschen...kommen Sie doch mal vorbei.... die Mauer ist weg...
Ihre Analyse war Beitrag 1 = DDR-Plattenbau. Wie sie ja zugegeben haben auf rein oberflächlicher Ebene zugeordnet. Das was Sie aufmachen ist: DDR-Plattenbau = Ghetto Und genau da liegt ja der Haken, weil Sie einiges aufgrund fehlenden Wissens über den Wohnungsbau der letzten Hundertfünfzig Jahre haben, sowie einigen Trugschlüssen die in der Uni verbreitet werden und in der Öffentlichkeit vorkommen. Simple Hard-Facts Westdeutschen sozialer Wohungsbau ; nicht gleich ; DDR-Wohnungsbau ergo: DDR-Plattenbau ;nicht gleich sozial Programmiert wie ; westdeutscher Großtafelbau. Sozialistischer Wohnkomplex; nicht gleich; Großwohnsiedlung. Innenstadt-Abriss im Westen; nicht die gleiche Herleitung; Innenstadt-Abriss im Osten. Plattenbau/Tafelbau; nicht gleich; Großtafelbauweise beides nicht gleich Streifen- und Blockbauweise. Ästhetisch, Funktionell, sozial und legislativ auch von den Anwendungszeiten sind diese Systeme im Siedlungsbau und in den Konstruktionssystemen eben nicht gleich. Was sie eigentlich meinen: Der westdeutschen soziale Wohnungsbau, ein weltweit einzigartiges System was in ähnlicher legislativer Ausgestaltung nur noch in Schweden vorkommt; hat in seiner legislativen Siedlungsform der Großwohnsieldung in Zusammenhang mit Großtafelbauten wovon einige rein vorgefertigte Bauten (Tafelbauten/Plattenbauten sind) sind, im Zusammenhang mit den zu billigen Altbeständen in den Innenstädten und deren Abriss zur Marktkonsolidierung zu stark segregierten Wohnsiedlungen geführt. Daher sieht Beitrag 1 wie ein westdeutscher Plattenbau einer Großwohnsiedlung aus, der mit derselben Hilflosigkeit versucht durch typologische Ausweichmethodiken die Schwierigkeiten des zweiten Wohnungsbaugesetz von 1957 ein Schnippchen zu schlagen. Diese einfach Erkenntnis hat weder was mit meiner Herkunft zu tun, sondern einfach mit diesen lächerlichen Nachwende-zuschreibungen in dem man zwei verschiedene Systeme auf rein ästhetischer Ebene, ja das sind sie oberflächlich mit zwei Hühneraugen zugedrückt ähnlich, gleichzusetzen. Bzw. die an die westliche Ebene angeglichene Östliche nach 1990 als vorher so konnotiert darzustellen. Es ist einfach lächerlicher (westdeutscher) Quatsch. Und Beitrag 1 passt außerhalb der Ästhetisch diskutierten Dimension (mit sozialpolitischen Rucksack) nicht zu beiden dargestellten Formen des ""DDR-Plattenbaus oder Westdeutschen Plattenbaus""" Ich frag mich sowieso was die Boomer immer haben wenn Sie den eigenen Dreck - sprich KfW 55 WDVS-Würfel in Beige mit bodentiefen Fenstern und Milchglasbrüstungen sowie "transparenten" Balkonen welche in maximal-B-Plan Ausnutzung dimensoniert hingesetzt werden mit Steingärten des Grauens und Maschendrahtzaun - und dann hier irgendwas von "Menschenfeindlichkeit" schwafeln.
Offensichtlich gibt es Nachholbedarf in Architekturgeschichte der letzten hundert Jahre für Deutschland und Europa. Tafelbau und Vorfertigung im Siedlungsbau begann vor dem Zweitem Weltkrieg und Eisernem Vorhang und es ist regional und über Jahrzehnte unterschiedlich typisiert. Wenn Sie sich ungerecht oder herablassend betrachtet fühlen, weil Sie in Vorwendezeiten im östlichen Teil Deutschlands geboren wurden, und sich damit identifizieren und deswegen verteidigen wollen, dann hat das mit architektonischer Formensprache oder Konstruktionsweisen und Typen per se nichts zu tun. Es genügt nicht, in einem Wettbewerbsbeitrag eine Referenz anzugeben, auf die sich ein Autor bezieht. Mir ist zum Beispiel die Referenz von Herzog & De Meuron für das Museum des 20. Jahrhunderts unwichtig, noch weiß ich, ob eine Referenz existierte. Von vielen Wettbewerbsbeiträgen, fand ich den von HdeM am wenigsten geeignet, den Ort aufzuwerten. Es erinnert mich in der Form an eine Supermarktkette, andere sehen darin eine Scheune. Mit anderen Worten, es hat etwas mit dem Auge des Betrachters zu tun und nicht allein mit erdachten Referenzen. Jemand anderes schreibt hier, der 1. Preis erinnere an Ungers. Auch da könnte man einwenden, das Raster xy, die Eingangssituation, die Grundrisse, das Fassadenspiel, etc. pp. NIE hätte Ungers so gebaut. Nicht für jeden ist Ungers der beste Städtebauer. Was dem einen als höchtes Lob gilt, ist für den anderen die Reminiszenz des Grauens. Ein Architekt baut in der Öffentlichkeit und muss die Kritik aushalten, ob ungerecht betrachtet, weil ganz anders gemeint oder nicht. Architekten sind Verbrecher. - Sagte einer meiner Architekturprofessoren. Gemeint ist, dass Bauten Jahrzehnte und länger den Ort bespielen. Ressourcen, Materialien und Dimensionen, Formen und Typen bestimmen den Ort, unentrinnbar. Eine schick gemeinte Referenz, die nicht im kollektiven Gedächtnis liegt, hindert und ist für die Spezifität eines Ortes im Grunde untragbar.
Zumindest stilistisch interessant die Verwendung des handgemalten Wandschmuck aus Christopher Alexanders Linz Café in Kombination mit der seriellen Architektur. Ach wie herrlich die Erleichterung, diese Spielchen nicht mehr spielen zu müssen.