Erster Preis für Cobe in Düsseldorf
Wettbewerb für Zech Haus am MedienHafen entschieden
Die Halbinsel Kesselstraße am Düsseldorfer MedienHafen zählt zu den wichtigsten städtebaulichen Potenzialflächen der Rheinmetropole, bildet sie doch eine Übergangsstelle verschiedener Nutzungen und naturräumlicher Strukturen. Dementsprechend sind hier etliche Projekte im Gange: ingenhoven architects planen an der Inselspitze einen Pfahlbau, nicht weit davon haben HPP Architekten einen Holzhybrid entworfen. 2018/2019 gewannen DFZ Architekten zusammen mit den Landschaftsarchitekten von Atelier Loidl den städtebaulichen Wettbewerb für ein neues Hafenquartier auf der Halbinsel. Darauf aufbauend lobte die Bremer Gustav-Zech-Stiftung im Juni 2020 einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb für eine Unternehmenszentrale am südlichen Ende des Entwicklungsgebiets aus. Betreut wurde das Verfahren von C4C | competence for competitions (Berlin).
Das circa 7.500 Quadratmeter große, dreieckige Wettbewerbsgebiet zwischen Hafenbecken und Gleisanlagen bildet nicht nur den Abschluss der Halbinsel Kesselstraße, sondern markiert auch den Übergang vom industriellen Wirtschaftshafen im Westen zum neuen Bürostandort MedienHafen im Osten. An dieser Stelle gewünscht ist daher ein „identitätsstarkes“, weithin sichtbares Gebäude, das diese sehr unterschiedlichen Nutzungen zwar trennt, dabei jedoch zugleich zwischen ihnen vermittelt. Das neue Bürohochhaus soll circa 30.000 Quadratmeter Nutzfläche fassen und im Sockelbereich öffentliche Nutzungen aufnehmen.
Die Jury unter Vorsitz des Hamburger Stadtplaners Jörn Walter beurteilte die fünf zum Wettbewerb eingereichten Entwürfe wie folgt:
- 1. Rang: Cobe (Kopenhagen)
- 2. Rang: Robertneun (Berlin)
- 3. Rang: SeARCH (Amsterdam)
Außerdem teilgenommen hatten DFZ Architekten (Hamburg) und Structurelab (Düsseldorf).
Der Gewinnerentwurf von Cobe schlägt einen dreieckigen Sockel mit leicht konkaven Kanten vor, dessen Ecken im Osten und im Süden zurückgeschnitten werden. Eine kleine Piazza im Osten markiert den Haupteingang, das Erdgeschoss soll eine hybride Nutzung aus Lobby, gastronomischer Nutzung zum Wasser hin, einer Brauerei und einem Ruderclub aufnehmen. Am Kopf des Hafenbeckens soll eine breite Treppe zu einem Ponton im Wasser führen, der dem Ruderclub für seine Aktivitäten dient. Auf dem viergeschossigen Sockel sitzt im westlichen Bereich und in Richtung Hafen orientiert ein an ein Segel erinnerndes Hochhaus mit 13 Geschossen, das mit leichtem Schwung etwas über den Sockel auskragt. Es wird Büroräume, eine Eventfläche sowie eine Rooftop-Bar aufnehmen, auf dem Sockel sind Dachterrassen geplant. Für die geschwungenen Fassaden ist eine lasierte und somit reflektierende Keramikverkleidung vorgesehen.
Der Jury gefiel die „unaufgeregte und doch dynamische“ Anmutung, mit der sich der Bau gut in die Düsseldorfer Skyline einfüge. Auch die im Erdgeschoss geplante Verknüpfung von dem Ort angemessenen Nutzungen wurde gelobt. Noch diskussionswürdig sei hingegen, ob die weiße Fassade „für den Ort nicht zu gediegen und klassisch“ erscheine und ob es eine stärkere Unterscheidung der Bürofassade von der öffentlichen Erdgeschossfassade geben solle. Auch die Büroflächen selbst erschienen Teilen des Preisgerichts noch zu wenig innovativ und zu standardisiert. Hier wird also sicherlich nachgebessert. Insgesamt hatten jedoch der „sensible Umgang mit dem Städtebau als auch die intelligente Programmierung des Erdgeschosses in höchstem Maße überzeugt“, sodass eine Empfehlung zur Beauftragung mit der weiteren Bearbeitung ausgesprochen wurde. (da)
Ein offener Wettbewerb ist von vielen Kommunen nicht gewollt. In NRW sind in vielen Kommunen alle Fraktionen im Preisgericht als Sachpreisrichter vertreten, das führt fast immer zu längeren Diskussionen mit politischer Natur, mehr Beiträge sind da oft nicht erwünscht, weil es im Rahmen eines Tages nicht durchführbar ist. Für die Erweiterung des Landtages in Düsseldorf dauerte die erste Sitzung bis tief in die Nacht besser werden da die Entscheidungen auch nicht..
Mal ganz abgesehen davon, dass privaten Bauherren ein offener Wettbewerb nicht leicht zu verkaufen ist.
In diesem Verfahren gab es darüber hinaus auch einen offenen städtebaulichen Wettbewerb als Vorläufer.
In Zeiten von Corona ist es noch schwieriger dafür zu argumentieren, weil die Preisgerichtssitzungen aufwändiger werden was derzeit keiner möchte. Offen 1-phasig macht ohnehin fast keiner, 2-phasig heißt mehr Sitzungen, das will momentan keiner. Es gibt viele Argumente für offene Wettbewerbe, für dieses Verfahren wäre es schlicht unangemessen gewesen. Es geht um EIN Bürohaus für einen privaten Bauherrn.
Preis 2 hat eine sehr direkt Reaktion mit der Umgebung..Wasser,Boom! Strasse, Boom! fertig...
Preis 3 ist teil Copycat von Chipperfield in Seoul...
Dieses ist an so einem Platz im Hafen unserer Auffassung nach notwendig. Hier wird naemlich Staedtebau fuer die Zukunft gemacht. Der offene Wettbewerb ist hier also wichtig.
Aber vielleicht reicht auch einfach die Einladung
der Vorplaner, die jungen Architekten die eine Ausstellung im Stadtmuseum hatten .....
Siehe Stadtmuseum Duesseldorf - Hafenentwuerfe - insbesonderes EZs Vorschlag, einer echten Skyline in Duesseldorf.
Der Wettbewerb ist also nicht wirklich ein Wettbewerb
mfG