Pferde und Fische im Untergrund
Wettbewerb für U-Bahn-Stationen in Hamburg entschieden
Hamburg verfügt über Deutschlands zweitältestes U-Bahnliniennetz – die Untergrundbahn wurde 1921 in Betrieb genommen. Seitdem fanden mehrere Erweiterungen und Erneuerungen statt. Seit 2012 fährt die Linie U4 direkt zur Hafencity. Bis 2025 sind auf dieser Strecke zwei weitere Stationen am Horner Geest und die Renovierung der Haltestelle Horner Rennbahn geplant. Insgesamt 465 Millionen Euro sind für das ambitionierte Projekt vorgesehen, das laut Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhoff so hochwertig gebaut werden soll „wie die Hafencity selbst“.
Im Juli 2018 lobte die Hamburger Hochbahn einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb aus. Es folgte ein VGV-Verfahren und Ende März 2019 wurde der Siegerentwurf von netzwerkarchitekten aus Darmstadt öffentlich gemacht. Das Architekturbüro zeichnet bereits für die 2012 eröffnete U4-Haltestelle Überseequartier in der Hafencity verantwortlich.
- 1. Preis: netzwerkarchitekten, Darmstadt
- 2. Preis: LIN Architekten Urbanisten, Berlin
- 3. Preis: ARGE blauraum Architekten mit Gottlieb Paludan Architects, Hamburg
Wegen des „klaren, minimalistischen und sinnfälligen Einsatzes aller gewählten Mittel“ wurde der Entwurf von LIN Architekten gewürdigt. Die spezifische Identität und die Lesbarkeit der Unterschiede der drei Stationen erschienen der Jury jedoch „fast zu subtil und etwas fragwürdig“. Auch beim Entwurf von blauraum wurde der Wiedererkennungswert kritisch diskutiert. Insgesamt überzeugte die Arbeit aber durch „poetische Reduktion und Zeitlosigkeit“.
Der Bau der rund 2,6 Kilometer langen Strecke soll schon Ende dieses Jahres beginnen und bis 2025 fertig sein. Wie die neuen Stationen künftig heißen sollen – Dannerallee und Stoltenstraße sind nur Arbeitstitel – durften Bürger bis Mitte April mitentscheiden. Das Ergebnis wird im Juni 2019 auf dem Stadtteilfest in Horn verkündet. (mg)
das bereichert auf diese weise den diskurs über architektur, und das halte ich für gut so.
es geht mir nicht um die teilnahme meines büros, sondern darum, gute architektur durch eine möglichst große bandbreite an teilnehmern zu erreichen. in diesem fall liegt die vermutung nahe, dass es wegen unnötig hoher teilnahmehürden zu wenig qualifizierte teilnehmer gab - anders lässt sich die schwache gestaltung auf platz 2 für mich kaum erklären. wenn sie mehr zu diesem konkreten verfahren sagen können, würde ich mich über entsprechende aufklärung freuen. für unsere umgebung wünsche ich mir spannendere, kreativere architektur! mit solchen verfahren ist das aber nicht zu machen.
Die Verbindung von anonymen Kommentar ("peter") und Bewertung der Ergebnisse von Kollegen als "nicht schlecht, aber wenig kreativ", ist allerdings ebenso abzulehnen. Es wäre dann angemessen, seine Identität preiszugeben, so dass die Öffentlichkeit nachvollziehen kann, was der Kommentator unter zeitgemäßer kreativer Architektur versteht. "Peter", vielleicht holen Sie das einfach nach und verraten uns, wer Sie sind?
G.K., wollen Sie rausfinden, ab wann die Baunetz-Redaktion eingreift oder was versprechen Sie sich - hier wie bei anderen Meldungen - von Ihrer Kombination aus Binsenweisheit und persönlicher Provokation? Auf jeden Fall tragen Sie nichts zur Diskussion bei. Herzlichen Glückwunsch.