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10.09.2021

Freie Berliner Mitte

Wettbewerb Rathaus- und Marx-Engels-Forum entschieden


Die beste Nachricht zuerst: Berlins Mitte zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche, Fernsehturm und Spreekanal bleibt unbebaut. RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten konnten kürzlich den Wettbewerb zur Neugestaltung der Freiflächen für sich entscheiden. Beendet sind damit die Diskussionen um eine Rekonstruktion der „Neuen Alten Mitte“. Für das an Freiflächen arme, östliche Zentrum der Stadt kann das in Zeiten des Klimawandels nur von Vorteil sein.

Von Friederike Meyer


Die Eröffnungen des Humboldtforums und der neuen Haltestellen der U5 haben die Gegend um das Berliner Rathaus und das Marx-Engels-Forum endlich wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Wer dort heute unterwegs ist, erlebt einen an Boden- und Baudenkmälern reichen Raum mit dürftig gepflegten Grünanlagen und den Spuren des rückgebauten U-Bahn-Projekts. Höchste Zeit also für eine Überarbeitung des Areals. Durchgeführt wird diese auf der Basis des kürzlich verkündeten Ergebnisses eines offenen Ideen- und Realisierungswettbewerbs, den das Land Berlin ausgelobt und zwischenzeitlich mit Bürger*innen diskutiert hat. Die Gruppe F – Freiraum für alle koordinierte das Verfahren.

Die Aufgabe zur Neugestaltung des 18 Hektar umfassenden Wettbewerbsgebietes war vielschichtig. Historische Bezüge und Denkmäler galt es ebenso zu berücksichtigen wie den Baumbestand, die Landschaftsarchitektur der DDR-Zeit und den hohen Nutzungsdruck – die Auslobung umfasste ganze 234 Seiten. Im Ideenteil sollte ein Zwischenzustand im Jahr 2030 dargestellt werden, im Realisierungsteil die konkrete Umsetzung ab 2024. Das Umfeld von Fernsehturm und Marienkirche sollte auf Basis der 2015 entwickelten„Bürgerleitlinien“ bestandsorientiert modernisiert werden.

53 Arbeiten wurden eingereicht, 21 kamen in die zweite Phase und wurden unter Bezugnahme auf Ideen der Bürger*innen weiterentwickelt. Die Jury unter Vorsitz von Klaus Overmeyer kam zu folgendem Ergebnis:




Der Siegerentwurf des Büros RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten sieht ein zentrales Band vor, das die denkmalgeschützten Bereiche des Rathausforums unter Einbeziehung des Neptunbrunnens mit dem Marx-Engels-Forum verbindet, um dann in einer Freitreppe zur Spree vor dem Humboldtforum zu enden. Dieses zentrale Band wird von zwei „Flanierbändern“ begleitet, die den gesamten Bereich wie eine Spange erschließen.

Obwohl die Jury die „relativ starken Eingriffe durch Baumfällungen im Bereich der zentralen Freifläche, die Abgrabungen im Bereich der grünen Spreetreppe sowie den hohen Versiegelungsgrad“ laut Protokoll kritisch bewertete, sprach Overmeyer von einem „Meilenstein für die Freiraumgestaltung der Berliner Mitte“. Die Arbeit übersetze die komplexen Anforderungen an den Ort in einen klaren und verbindenden Freiraum, der alle Chancen habe, zu einem Habitat für die Berliner Stadtgesellschaft des 21. Jahrhunderts zu werden.

Die zu gestaltende Fläche umfasst rund 72.000 Quadratmeter. 23 Millionen Euro sind derzeit für Planung und Realisierung des Wettbewerbsergebnisses kalkuliert. Im Jahr 2024 soll mit der Umsetzung begonnen werden.


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1. Preis: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (Bonn/Köln) Perspektive Spreeufer

1. Preis: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (Bonn/Köln) Perspektive Spreeufer

2. Preis: Atelier Loidl Landschaftsarchitekten (Berlin) Perspektive Rathausforum

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3. Preis: Pola Landschaftsarchitekten (Berlin)

3. Preis: Pola Landschaftsarchitekten (Berlin)

4. Preis: Sowatorini Landschaft (Berlin)

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