Architekten für Berliner Tacheles
Wer baut mit Herzog & de Meuron?
Im April haben die Erdarbeiten auf dem Areal rund um das Berliner Tacheles begonnen, bald wird gebaut. Wie und was genau, wissen wir nicht, aber es wird groß sein. Und da bei einem Großprojekt wie diesem behutsam kommuniziert werden muss, gibt der Projektentwickler pwr development alle entscheidenden Informationen nur scheibchenweise bekannt.
Diesen Donnerstag werden Sebastian Klatt, Geschäftsführer von pwr development, und Bezirksstadtrat Carsten Spallek das Geheimnis lüften, wer neben Herzog & de Meuron, die sowohl für die künstlerische Gesamtleitung des Projekts als auch für die Entwicklung wichtiger einzelner Gebäude verantwortlich zeichnen, mit der Planung der neuen Gebäude und der Sanierung der Bestandsgebäude beauftragt wurde. War im Frühling noch von vier Berliner Büros die Rede, sind es jetzt nur noch drei Berliner Architekten, die zusammen mit Herzog & de Meuron ihre Handschrift auf dem Areal hinterlassen dürfen.
Vielleicht eines der Berliner „B“s wie Brandlhuber, Barkow Leibinger oder Bruno Fioretti Marquez? Auch Eike Becker wäre denkbar. Sein Büro hat schließlich vor zwölf Jahren das benachbarte Arcotel in der Oranienburger Straße realisiert und baut gerade den Postbank-Turm am Halleschen Ufer in Berlin-Kreuzberg in einen Wohnturm mit Mikro-Apartments um. Es könnten aber auch Kuehn Malvezzi, Max Dudler oder David Chipperfield Architects sein. Oder Staab Architekten, die im Baunetz-Ranking national auf Platz eins stehen? Ortner + Ortner? Sauerbruch Hutton? Grüntuch Ernst Architekten, Kleihues + Kleihues oder léonwohlhage? Gute Teams wären auch AFF Architekten, Ludloff + Ludloff und ROBERTNEUN. Oder wird es wilder als wir denken, und es sind Büros wie Jürgen Mayer H. und Partner, dan pearlman oder GRAFT dabei?
Je länger man darüber nachdenkt, desto mehr fällt mal wieder die hohe Architektendichte der Hauptstadt auf. Was auf der einen Seite viele Nachteile haben kann, bedeutet andererseits auch einen Vorteil: Konkurrenz belebt das Geschäft – und manchmal auch die Architektur... (jk)
Übrigens: Die „Local Architects“ für den KaDeWe-Umbau von OMA stehen übrigens nicht in dieser Meldung – es sind das Berliner Architekturbüro Udo Landgraf und Heine Architekten Partnerschaft.
Ihrem letzten Abschnitt möchte ich zustimmen. Da haben Sie wohl, dass man niemandem vorwerfen kann, dass er das zur Verfügung stehende Volumen ausschöpfen möchte.
Ansonsten lässt sich noch nicht viel sagen, denn das Rendering ist nur eine stadträumliche Studie und gibt keinerlei Info über Parzellierung, Fassaden etc. Die Studie gefällt mir gut, allerdings muss ich #1 recht geben, dass auf die Auguststraße aber auch die Claire-Waldoff-Straße besser reagiert werden könnte. (Im Bereich der Auguststraße würde dann wohl eine Brandwand blank bleiben, was nicht wirklich ideal ist.)
Und was spricht gegen die Penthäuser auf den Dächern, solange die Abstandsflächen eingehalten werden? Man kann doch nicht dem Investor vorwerfen, sein Projekt "profitabel" durchführen zu wollen. Immerhin hat er mit den wahrscheinlich besten Architekten der Welt freiwillig gute Leute an Bord geholt, was der Qualität des Ergebnisses helfen sollte...
Ich kenne die städtebaulichen Bindungen und Vorgaben nicht, aber irgendwie scheint es, als würde man in anderen Ländern/Städten zu einem anderen Ergebnis kommen.
Letzten Endes doch wieder passend zu Berlin.
Berlin - die Mall der Projektentwickler und Drittwohnungskäufer.