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Villa von OFIS Arhitekti in Ljubljana
Wörtlich übersetzt heißt der Bezirk Rožna Dolina im Stadtzentrum von Ljubljana „Blumental“ – das zuvor weitgehend unbebaute Areal neben der südlichen Bahnlinie wurde im späten 19. Jahrhundert als Teil einer landwirtschaftlichen Siedlung entwickelt. Der slowenische Arbeiterbauverband erwarb hier billig flache Wiesengebiete, um Arbeiterwohnungen in Industrienähe zu errichten. Heute liegt die überwiegend mit Einfamilienhäusern bebaute Gegend in unmittelbarer Nachbarschaft zu städtischen Attraktionen wie dem Tivoli Park, dem Roznik-Hügel und dem Zoo. Kürzlich bekam die beliebte Wohngegend Zuwachs in Form eines neuen Einfamilienhauses, entworfen vom lokalen Architekturbüro OFIS Arhitekti, die etwa mit einer Hütte in den Alpen, einem Glashaus in der spanischen Wüste oder einer gescheckten Fußballarena schon aufgefallen sind.
Haus Portico lautet der Projektname der mit grauen Fliesen verkleideten Villa. Auf den ersten Blick wirkt der Neubau gegenüber seiner Umgebung fremd und distanziert, doch basiert sein Konzept auf klaren Bezügen: Der Ansatzpunkt der komplexen Hausstruktur war den Architekten zufolge ein speziell für Rožna Dolina entwickelter Wohnhaustyp aus der Vorkriegszeit, der mittlerweile in Vergessenheit geriet. Um die von Überschwemmungen bedrohten tiefliegenden Grundstücke zu schützen, wurden damals erhöhte Erdgeschosse gebaut. Dabei waren die Haupteingänge über außenliegende Treppen zu erreichen und die letzte Ebene hatte typischerweise ein geringeres räumliches Ausmaß. Die Grundrissorganisation des Hauses Portico folgt diesem Prinzip.
Das rund 220 Quadratmeter große Gebäude besteht insgesamt aus drei oberirdischen Ebenen und einem Untergeschoss. Während es sich nach außen im Schindelkleid präsentiert, charakterisieren Beton und helles Holz die Innenräume. Ein verglastes Atrium mit offenem Patio im Zentrum des Volumens bringt das Licht bis tief in das Haus hinein und schafft einen direkten Bezug zum Außenraum. Zur Südseite hin wurde der Baukörper stufenweise zurückgesetzt. So entstehen auf jeder Ebene sonnige Terrassen, die den Übergang zum schmalen Garten herstellen.
Der Zugang zum erhöht liegenden Erdgeschoss erfolgt über eine rundum geschlossene Außentreppe, die Ähnlichkeit mit einer Flughafen-Passagierbrücke hat. Hier liegen die Hauptwohnräume, die durch das verglaste Atrium in einen Wohn- und einen Essbereich geteilt werden. In der unterirdischen Ebene sind die Garage, ein Gästezimmer und das Schwimmbecken mit einer Terrasse untergebracht. Während der Patio für die Belichtung des Gästezimmers sorgt, öffnet sich der Schwimmbadbereich teilweise zum Garten hin. Im ersten Geschoss befinden sich zwei Kinderzimmer, die oberste Ebene ist als Elternbereich vorgesehen. (mg)
Fotos: Tomaz Gregoric
Grlückwunsch an die Bauherrenschaft und die Architekten.
De Thomas hat absolut recht
warum trägt der ehemalige Osten die Moderne so viel überzeugender vor?
Vielleicht war er doch die gelebte Utopie bis hin zum Alptraum, teils aber auch ein Nachholeffekt. Jedenfalls radikal und unverbraucht.
das WC ist ja "offiziell" im eingangsbereich, und da gehört es ja auch hin....
es ist eine türe drin und da stinkt dann auch nichts
ein tolles haus!
mich stört nur eine kleinigkeit am grundriss ganz enorm:
die raumfolge 'gäste-wc' - essen - küche! das mag im sozialen wohnungsbau passen, aber in einer villa ist das ein 'nogo' (optisch, akustisch und olvaktorisch)!
auch wc und handwaschbecken sollte gespiegelt angeortnet sein - vom topf und vom becken mit blick nach draussen!
eigentlich ist alles wunderbar gelöst - aber die gästetoilette wurde dann irgendwo hingebastelt!