Konstruktivismus am Hang
Villa in St. Gallen von Biehler Weith
Vierdimensionale Zerlegung und Neuordnung – nach diesem Konstruktionsprinzip hat das Konstanzer Büro Bieler Weith ein Wohnhaus für eine dreiköpfige Familie im Sankt Gallener Vorort Abtwil entworfen und es auf diese Weise optimal an die steile Berglage des Grundstücks angepasst. Nach „Gold am Bodensee“ folgt Beton am Bodensee. Sonnenhang heißt die Villa und verweist damit direkt auf die Wünsche der Bauherren an ihr künftiges Domizil: Sonne und Aussicht, modernes und ineinanderfließendes Wohnen am Hang.
Das in Massivbauweise errichtete Haus mit 375 Quadratmetern Wohnfläche präsentiert sich zur Straße hin als geschlossene kubische Einheit in Weiß, die nur durch eine große Verglasung im Eingangsbereich aufgebrochen wird. Hangseitig dagegen löst sich der Baukörper in eine weitaus spielerischere Geometrie auf: Vor- und Rücksprünge, Glaswände sowie mehrere vertikale und horizontale, geklinkerte Riegel charakterisieren hier die Optik des Hauses. Durch die verschiedenen Auskragungen entstehen überdachte Außenflächen und Sonnenterrassen.
Vom zentralen Zugangsgeschoss mit Koch- und Wohnbereich geht es entweder nach oben in das Attikageschoss mit dem Schlafzimmer der Eltern und Dachterrasse oder nach unten in das Hanggeschoss mit weiteren Schlaf- und Aufenthaltsräumen sowie in das der Wellness vorbehaltene Untergeschoss. Alle hangberührenden Geschosse sind über Außenstufen zu erreichen, die Haupterschließung erfolgt jedoch über eine innenliegende Treppe, die von skulptural durchbrochenen Betonelementen gerahmt wird. Dank des Split-Level-Systems gehen die Räume harmonisch ineinander über, wechseln intimere Bereiche mit offenen Zonen.
Die anthrazitfarbenen Klinkerwände, die bereits außen den Blick lenken, sind auch innen, im luftig-hellen Raumkontinuum präsent und sorgen hier für eine Art „Erdung“. Sie setzen nicht nur Akzente, sondern nehmen auch einzelne Funktionen auf wie zum Beispiel einen offenen Kamin im Wohnzimmer. (da)
Fotos: Brigida González
Die Kollegen haben hier meiner Meinung nach ein sehr gutes Gefühl für Proportionen und Details bewiesen. Tolle Architektur, tolle Fotos. Bin da ganz bei der Ansicht von @solong... @santamaria: wenn Sie schon so zynisch auf die Website der Architekten verweisen, wäre Ihre eigene sicherlich auch interessant für die Leser hier... möglicherweise hat es aber auch einen Grund, warum Sie diese vermutlich nicht hier noch ergänzen werden.
sie führen ja nicht die diskussion hier, genauso wenig wie ich oder die anderen ;) und wir sprechen ja über architektur, viele haben schon die unproportionale form angesprochen, sachbezogen ist das dann schon. und das nichts dem zufall überlassen sein sollte bei architektur ist ja wohl das mindeste...
im gegenteil: es scheint niemand mit den bauherren tauschen zu wollen. und dann gibt es noch einige kritiken, die es ethisch verwerflich finden, mit reichtum zu protzen. das ganze hier ist letztenendes ein meinungsforum, da müssen sie wohl damit leben, dass andere ihr scheinbar objektives urteil nicht teilen. aber neid? ist das als mittel nicht ein bisschen durchschaubar und billig, wenn es darum geht, das gegenüber argumentativ zu entwaffnen? und dann werden sie auch noch ausfällig. na sowas auch.