Bauklötze aus eigener Fertigung
Verwaltungsbau von Jochen Specht in Aitrach
Bereits seit 1924 produziert die Firma Marbeton Fertigteile aus Beton. Diese kommen schwerpunktmäßig in Gebäuden aus den Bereichen Industrie, Infrastruktur und Energieversorgung zum Einsatz. Neben der Herstellung bietet Marbeton auch die Planung und Ausführung von schlüsselfertigen Gebäuden an. Für den Entwurf des neuen Firmensitzes in Aitrach holte man sich jedoch den Dornbirner Architekten Jochen Specht ins Haus.
Specht erhielt 2015 für sein Haus Hohlen mehrere Auszeichnungen, darunter den Österreichischen Holzbaupreis. Vom Holz gings nun aber zurück zum Beton. Denn angesichts der Expertise des Unternehmens war es naheliegend, den Neubau nicht nur als Visitenkarte zu sehen, sondern als Gelegenheit, die eigenen Produkte auszutesten. So wurde nicht nur ein neuer Verwaltungssitz realisiert, sondern gleich ein ganzes Baukastensystem entwickelt. Damit sollen sich in kurzer Zeit hochwertige und langlebige Gebäude zu einem günstigen Preis realisieren lassen.
Schlüsselelemente des Systems sind vorgefertigte „Raumzellen“, die einen zentralen Versorgungskern bilden. Hier sind die vertikalen und horizontalen Leitungen untergebracht und die Toilettenanlagen, Teeküchen und Nebenräume angeordnet. Die Decken bestehen ebenfalls aus Betonfertigteilen. Für die Heizung und Kühlung des Gebäudes sind sie kernaktiviert. Die Lasten werden ausschließlich über die Raumzellen und die Außenwände abgeleitet, während sich die Innenraumflächen durch frei positionierbare Trennwände variieren lassen. Wenn sich die Raumbedürfnisse ändern, können die Trennwände „mit überschaubarem Aufwand angepasst werden“, wie Specht sagt.
Durch den hohen Grad an Vorfertigung konnte das Gebäude in kürzester Zeit montiert werden – ein bisschen wie beim Spielen mit Bauklötzen, die visuelle Reminiszenz ist unverkennbar. Technisch trägt dazu auch bei, dass die Außenwände als benutzungsfertige Wandmodule mit Sichtbetonoberflächen und Kerndämmung konzipiert wurden. (tl)
Fotos: Adolf Bereuter
Am trostlosesten wirkt aber der Innenraum., wobei der Fairness halber gesagt werden muss, dass es nur ein Foto davon gibt ...
ALlerdings sieht man leider, wo man aus dem System raus muss, nämlich wenn der Übergang vom auskragenden Bauteil eine Brüstung braucht und die Untersiete verkleidet werden muss....
Bei einem solchen Projekt wären ein paar Fassadenschnitte hilfreich liebes @baunetz
schade nur, das so phantasielos umzusetzen.
fertigteile ermöglichen einen so schnellen baufortschritt (in der regel 1 Woche pro geschoss mit quasi fertiger aussen- und innenoberfläche), dass man hätte zeigen können, dass qualitätvolle, spannende Architektur und fertigteile kein widerspruch sind.
Dieser Zwiespalt reizt immer mehr, je länger man hinschaut, zieht einen an, ist auf diese Weise attraktiv. Entzieht sich hinhaltend irgend etwas hinein zu projizieren und ist gerade dadurch sich selbst.
Erkennen an sich ist schön.