Skaten in der Fabrikhalle
Umbau von Behnisch Architekten in München
Auf dem Gelände der denkmalgeschützten Eggenfabrik ist unter Bauherrschaft der Landeshauptstadt München ein neuer Treffpunkt für die Münchener Skate- und BMX-Szene entstanden. Behnisch Architekten (Boston/München/Stuttgart/Weimar) widmeten die um 1900 errichteten Fabrikhalle in München-Pasing zur wetterunabhängigen, inklusiven Infrastruktur für den Actionsport um.
Ziel war es, die bestehende Industriearchitektur mit möglichst geringen Eingriffen nutzbar zu machen. So blieb die rund 1.000 Quadratmeter große Halle mit ihrem markanten Stahlskelett und den großzügigen Fensterflächen weitgehend erhalten. Lediglich das Dach wurde aus statischen Gründen zurückgebaut und durch eine elementierte Holzkassettendecke ersetzt.
In diese Struktur wurden Einbauten für Skate-, BMX- und Rollstuhlsport integriert, ergänzt durch eine neu eingezogene Galerieebene, die als Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche mit direktem Blick auf das sportliche Geschehen dient. Entlang der Westseite schaffen eingelassene Sitznischen mit Stauraum Orte zum Verweilen.
Im Zuge des Umbaus wurde die Halle energetisch saniert und an das Fernwärmenetz angeschlossen. Ein sensorgesteuertes Lüftungssystem nutzt die natürliche Raumhöhe zur Klimaregulierung, für den sommerlichen Wärmeschutz sorgt eine mobile Verschattung an der Südfassade, während Oberlichter mit integrierten Photovoltaikelementen Strom erzeugen.
Nebenräume wie Sanitäranlagen sind in mobilen Containern untergebracht, die zugleich als Leinwände für Street Art dienen und bei künftigen Erweiterungen versetzt werden können. Perspektivisch soll in einem zweiten Bauabschnitt ein Parkourbereich, eine Skatebowl, eine Dirtbike-Strecke sowie ein Café mit Lounge und Terrasse folgen. Die dafür vorgesehene Fläche wurde zunächst als landschaftlich gestalteter Aufenthaltsbereich mit modellierter Topografie angelegt, der sowohl dem Zentrum als auch dem Quartier als Freiraum dient.
Die Bauherrschaft legte Wert darauf, einen inklusiven Ort der Begegnung zu schaffen – barrierefrei zugänglich und auch für Wheelchair-Skating geeignet. In einem dialogorientierten Prozess entwickelte das Referat für Bildung und Sport gemeinsam mit zukünftigen Nutzer*innen das Raumprogramm. Diesem Anspruch folgt auch das Betreiberkonzept der gemeinnützigen Organisation High Five, die sich mit sinn- und identitätsstiftenden Sportangeboten für die Förderung von Kindern und Jugendlichen engagiert. (iok)
Fotos: David Matthiessen
- Fertigstellung:
- 2024
- Architektur:
- Behnisch Architekten
- Mitarbeit:
- Maria Hirnsperger (Projektleitung), Robert Hösle, Andrada Bauer, Johannes Ewerbeck, Gökhan Catikkas, Laura Baldelli, Sara Cansin Güngör
- Weitere Gestaltung:
- Roos Landschaftsarchitektur (München), Landskate (Köln)
- Technische Umsetzung:
- Ingérop Deutschland (München), Architekturbüro Leinhäupl + Neuber (Landshut), Behringer Beratende Ingenieure (München), Frey Donabauer Wich (Gaimersheim), W-Plan Ingenieurbüro (Unterhaching), Müller BBM (München), Brandschutz Consulting (München), DEKRA (München)
- Bauherrschaft:
- Landeshauptstadt München
- Fläche:
- 1.459 m² Bruttogrundfläche
in CH haben "junge Büros" genauso wenig chancen, der klüngel ist noch dichter und undurchlässiger, je kleiner die gemeinde je schlimmer... und: nur wenn einige mehr im verfahren zugelassen sind und (mit vielen unbezahlten stunden) schöne bilder produzieren dürfen heisst noch lange nicht dass ei den auftrag bekommen. und WENN man als "junges Büro" (was hier auch erst mit mitte 40 anfängt ;-)) nen AUftrag bekommt dauern die Prozesse derart lange dass man mit EINEM laufenden Projekt auch nicht weit kommt. da lobe ich mir die deutsche bürokratie, die MUSS wenigstens reagieren... @6: nö
@4. ja ja wir haben schon verstanden, dass Sie mal bei Behnisch gearbeitet haben)
Es geht darum, sich einer Konzentration auf immer weniger und grosse Büros entgegenzustellen. Um Chancen für junge/kleine Büros. Um transparente Prozesse, offene Verfahren etc. Vielleicht kennen Sie die Prozesse (in D), wie mittlwerweile Aufträge vergeben werden. So werden Aufträge in der Schweiz transparenter vergeben, haben junge/kleine Büros mehr Chancen, entsteht mehr Diskussion..., letztendlich bessere Qualität (der Markt in der Schweiz ist Ihnen ja bekannt). Grundsätzlich schätze ich Ihre Kommentare meist, über den letzten bin ich doch recht verwundert.