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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Umbau_in_Vannes_von_Office_Zola_architectes_10185523.html

08.01.2026

Flexibel Arbeiten mit Reflexionen

Umbau in Vannes von Office Zola architectes


Im bretonischen Vannes haben Office Zola architectes kürzlich den Umbau eines Gewerbeensembles aus dem 19. Jahrhundert fertiggestellt. Durch präzise Eingriffe in die Struktur entstand ein flexibel nutzbarer Arbeitsort namens Maison Flow. Die Entwurfshaltung im Umgang mit dem Bestand bezeichnet das Büro mit Sitz in Nantes, Paris und Vannes als „sanfte Radikalität“. 

Ursprünglich bestand das Ensemble in der Nähe des Hauptbahnhofs aus einem bürgerlichen Wohnhaus mit Mansarde, einem schmalen Wintergarten und einer rund 40 Meter langen Produktionshalle auf dem rückseitigen Innenhof. Noch bis 1960 wurde hier gewerblich destilliert, bevor das Ensemble in den Privatbesitz einer Familie überging und im Laufe der Jahre verfiel. Der private Immobilienentwickler Pasithéa erwarb die inzwischen verlassenen Bauten vor einigen Jahren mit dem Ziel, sie aufzufrischen und als Büroflächen zu vermieten. 

Seit 2021 betrachteten Office Zola rund 1.200 Quadratmeter Bestand in Form eines Studienauftrags für die Umnutzung. Bei der Fassade des bürgerlichen Wohnhauses, dem Gesicht des Ensembles, gingen die Architekt*innen mit sanfter Hand vor. Zum Großteil beschränken sich die Eingriffe hier auf restauratorische Arbeiten am Naturstein. Auffällig ist hingegen die Aufstockung des flachen Anbaus, obwohl sich diese mit ihrer stark reflektierenden Fassade aus Aluminium und Glas gegenüber dem detailreichen Bestand gestalterisch zurückzunehmen versucht. Im Erdgeschoss öffnete ein Bistro.

Verglichen mit den Arbeiten an Vorderhaus und anschließendem Wintergarten erweisen sich die Eingriffe in die rückwärtige Produktionshalle als radikaler. Hier entfernte man das gesamte Dach und teilte den hohen Innenraum in drei Geschosse. Ein Bereich wurde zudem unterkellert. Die zusätzliche Last wird über eingestellte Stahlbetonrahmen abgefangen. Den Abschluss der Gebäudehülle rückten die Architekt*innen einige Meter von der Außenwand ab, sodass zwischen Halle und Grenzmauer ein langgestreckter Freiraum entstand. 

In der Ausstattung bleibt die Maison Flow eher nüchtern und legt sämtliche Haustechnik offen. Die Halle kann durch eine motorisch bewegliche Wand und versenkbare Tribünen an die Bedürfnisse der Nutzer*innen angepasst werden. Laut Website des Betreibers sind die Büro- und Meetingräume nämlich nicht für die dauerhafte Vermietung gedacht – vielmehr sollen sich Firmen hier tageweise etwa für Meetings, Tagungen oder Events einmieten können. Die Bruttogrundfläche vergrößerte sich mit dem Umbau auf 1.800 Quadratmeter, die Nettobaukosten belaufen sich dabei auf 5,4 Millionen Euro. (tg)

Fotos: Maxime Delvaux, Office Zola architectes


Zum Thema:

In Vannes scheinen reflektierende Fassaden im Trend zu liegen. Nieto Sobejano planen hier ein Kunstmuseum, das ebenfalls mit einer metallischen Hülle arbeitet.


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