Und wo ist jetzt die Eingangstür?
Umbau in Las Palmas de Gran Canaria von Xstudio
Vorweg – das ist so noch nicht fertig! Trotzdem sind Xstudio mit dem Umbauprojekt House M in ihrer Heimatstadt Las Palmas de Gran Canaria bereits an die Öffentlichkeit gegangen. Damit geben sie Einblick in den Transformationsprozess eines historischen Eckhauses in der Altstadt von Las Palmas, das sie seit einiger Zeit zu einem Arbeits- und Wohnort umbauen. Dass das Ganze nicht schneller vorangeht, liegt nicht zuletzt an den finanziellen Spielräumen der Bauherrschaft, die hier das LABA Laboratorio de barro betreibt – eine Werkstatt und ein Treffpunkt für Keramikkünstler*innen.
Das Projektbudget sei so bescheiden, betont Partner Ancor Suárez Suárez auf Nachfrage, dass im Erdgeschoss noch nicht alle Türen und Fenster erneuert werden konnten. Wer das Planmaterial mit den publizierten Fotos abgleicht, wird beispielsweise feststellen, dass auf den Bildern eine Behelfstür ohne Klinke zu sehen ist, wo eigentlich der Zugang zum neuen Treppenhaus sein müsste. Zwischenzeitlich habe man die Lage der Tür nochmals verändert, ergänzt Suárez und bleibt dabei so kryptisch wie er und seine Partner*innen auf den Fotos hinter ihren Tiermasken.
Doch unabhängig von der Frage, wie die Architekt*innen aussehen und wie man denn nun eigentlich in das Haus hineinkommt, ist die architektonische Haltung des Umbauprojekts bestens nachvollziehbar. Während weite Teile des Hauses bisher unangetastet blieben, stockten die Architekt*innen den niedrigeren Teil des Gebäudes um eine Etage auf. Das gesamte Obergeschoss dient nun als Wohneinheit. Die Werkstatt im Erdgeschoss atmet noch ganz den Flair des Altbaus. Sie inszeniert sich nicht neumodisch, sondern scheint ein patinierter Ort des entspannten und kreativen Miteinanders.
Demgegenüber verleihen rauer Sichtbeton, türkis gestrichener Stahl und unverputzte Industrieziegel dem neu geschaffenen Wohnbereich ein zeitgenössisch industrielles Flair. Die Einheit wird von LABA als Residency bespielt und lädt Keramikkünstler*innen ein, hier Wohnen und Arbeiten zu verbinden. Einfach mal loszulegen, scheint dabei wichtiger, als den Umbau perfekt abgeschlossen zu haben. Man kann nur hoffen, dass Bauherrschaft und Architekt*innen den offensichtlichen Charme des Ortes in ihren weiteren Planungen angemessen zu bewahren wissen. (gh)
Fotos: David Rodríguez
natürlich dürfen sie weiter unken - aber vielleicht geht auch etwas mehr.
würde hier sicher alle erfreuen.
die alten fenster und der raue sichtbeton machen doch einen großteil des reizes aus. wenn überall raufaser klebt, wenn laminat und und weiße plastikfenster montiert sind, kann man vielleicht am ende bestenfalls einen traurigen smiley für das ergebnis der zusammenarbeit von bauherrn und architekten vergeben.
dann bitte wieder mit masken - wir wollen ja keinen personenkult oder voyeurismus.
(eine maske macht schließlich nicht blind.)
ist ja ein schreckliches durcheinander, sogar die bewohner ziehen schon masken auf dass sie das elend nicht sehen müssen.
und dann findet man vielleicht auch den eingang einfacher ;-)