Rolex und Fine Dining auf 3.000 Metern
Umbau auf dem Titlis von Herzog & de Meuron
Vielleicht haben Sie nicht wirklich darauf hingefiebert, aber endlich ist es soweit! Dank des kürzlich eröffneten TITLIS 3020 Tower kann man in über 3.000 Metern Höhe Rolex shoppen und sich Casual Fine Dining gönnen. Möglich macht das der Umbau eines Richtstrahlturms auf dem Titlis durch Herzog & de Meuron (Basel). 3.238 Meter misst der Berg in den Urner Alpen an seiner höchsten Stelle. Ein touristischer Hotspot ist er seit Jahrzehnten. Heute kommen rund 1,1 Millionen Menschen jährlich auf den Berg, wovon nur ein Viertel klassische Wintersportler*innen sind, schreiben Herzog & de Meuron. Der ursprüngliche Turm stammte aus den 1980er Jahren.
Angesichts dieser Vorgeschichte und Zahlen verwundert es nicht, dass die Schweizer Tourismusindustrie hier ein Projekt der Superlative realisiert. Seit 2017 ist das Basler Büro involviert und hat einen Masterplan für die Entwicklung der touristischen Infrastruktur auf dem Berg erarbeitet, die neben dem nun eröffneten TITLIS 3020 Tower auch die Bergstation der Seilbahn, Restaurants, Shops, eine Gletschergrotte und eine Hängebrücke umfasst. Ein Stollen verknüpft diese Orte miteinander.
Mit der gestalterischen Aufwertung des Stollens und dem spektakulären Umbau des Richtstrahlturms auf der namensgebenden Höhe von 3.020 Metern wurde der erste Meilenstein erreicht. Konkret ging es darum, die technische Anlage zu einem Gebäude mit touristischer Infrastruktur zu transformieren. Antennenplattformen und -box im oberen Bereich des Turms wurden rückgebaut und stattdessen eine neue, kleinere Anlage realisiert.
Anschließend erweiterten die Planer*innen den Bestand kräftig, wobei sie sich konsequent an dessen Ästhetik orientierten. An den vier Ecken entstanden Erschließungstürme. In die Struktur fügten sie vier Obergeschosse (5,6,7 und 8) ein. Am Fuß des Turms wurde eine Einstellhalle für Pistenfahrzeuge und ganz oben eine Dachterrasse realisiert. Die von Rolex angemietete Retailfläche findet man im 6. Obergeschoss, das Restaurant mit aktuell 120 Sitzplätzen zwei Ebenen höher. Beide Etagen sind als lange Riegel aus Stahl und Glas ausgebildet, die effektvoll in die Struktur integriert wurden.
Die russischen Konstruktivisten und Archigram hätten sicherlich ihre wahre Freude am gestalterischen Ergebnis. Ob die sensible hochalpine Landschaft und der benachbarte Gletscher den Ausbau des Berges zu jener hochpreisigen „internationalen Ganzjahresdestination“, die die Titlis Bergbahnen als Bauherrin anstreben, ähnlich positiv bewerten würden, bleibt fraglich. Sicher wurden beim Bau hohe Schweizer Standards eingehalten, sicher wird der Titlisgletscher trotzdem weiter schmelzen.
Laut SRF wollen die Titlis Bergbahnen die Besucherzahlen um 30 Prozent bis 2040 steigern. Dafür investieren sie insgesamt umgerechnet 163 Millionen Euro – in den nun abgeschlossenen Umbau des Turmes und den Neubau der Bergstation, der ebenfalls von HdM verantwortet wird und 2029 eröffnen soll. Zeitplan und Kosten habe man im Griff, so die Bauherrschaft. (gh)
- Fertigstellung:
- Mai 2026
- Architektur:
- Herzog & de Meuron
- Partner:
- Jacques Herzog, Pierre de Meuron, Andreas Fries (Partner in Charge seit 2020), Michael Fischer (Partner in Charge 2017–20)
- Projektteam:
- Stephan Weber (Associate, Project Director seit 2024), Volker Jacob (Project Manager seit 2025), Michel Frei (Associate, Project Director 2017–24), José Aguirre (Project Manager 2023/2024), Dennis Marsch (Project Manager 2019/20, 2022), Martin Krapp (Associate 2020–22)
- Mitarbeit:
- José Aguirre, Evgenia Angelaki, Philippe Ayer, Charlotte Bausch, Tobias Beck, Antoine Berchier, Matteo Bianchi, Katharina Bitschnau, Leif Buchmann, Lukas Buettner, Silvia Carrara, Giovanni Comparelli, Massimo Corradi, Moragh Diels, Jakob Fischer, Marlene Fischer, Florian Frank, Michel Frei, Monica Gaspar Bonilla, Aurel Hampe, Tizian Hirsig, Sofie Hoyer, Adrian Hug, Raphael Ishoh, Volker Jacob, Burak Kalkan, Konstantinos Katsas, Martin Krapp, Sophia Landsherr, Yunhan Lin, Fabienne Maritz, Dennis Marsch, Selina Merz, Klaus Molterer, Niklas Nalbach, Felipe Pecegueiro Curado, Pedro Peña Jurado, Suna Petersen, Svea Petersen, Daniel Pollok, Aida Ramirez Marrujo, Holger Rasch, Nele Riecks, Boris Rieger, Aurel Schenker, Benjamin Schneider, Martin Schulte, Joyce Schwyn, Pablo Soldati, Hannah Speer, Stephan Weber, Annabell Wolf, Xiaotan Zang, Dimitrios Ziogkas, Til Zöller
- Ausführungsplanung:
- Caretta & Weidmann (seit Juni 2025), Architektur & Baumanagement Stans (bis Mai 2025)
- Tragwerksplanung:
- Schnetzer Puskas Ingenieure
- Bauherrschaft:
- Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG, BET
- Fläche:
- 3.950 m² Bruttogrundfläche





für dieses klientel, global betrachtet, gibt es nun einen neuen 'you have to been' für reiche. immerhin wird ein globales publikum von rund 25 millionen menschen angesprochen während tonnen von 'überflüssigem' gletschereis munter ins tal rauschen.