Elevator City
Tschapeller gewinnt Wettbewerb in Belgrad
Der Blok 39 im Stadtteil Neu-Belgrad, der unter anderem die Fakultäten Elektrotechnik, Mathematik und Physik sowie die Fakultät für darstellende Kunst der Universität Belgrad beherbergt, soll erneuert und erweitert werden. Am vergangenen Freitag wurde der internationale Wettbewerb „Centre for Promotion of Science“ für den Neubau des Wissenschaftlichen Zentrums sowie für das städtebauliche Konzept für die verbleibende Fläche von Blok 39 entschieden. Die Jury wählte folgende Preisträger:
- 1. Preis: Wolfgang Tschapeller (Wien)
- 2. Preis: Sou Foujimoto Architects (Tokio)
- 3. Preis: ARCVS (Belgrad)
Das Wiener Büro Wolfgang Tschapeller wollen das neue Wissenschaftszentrum wie eine „Elevator City“ schweben lassen. Ihr visionärer Vorschlag beinhaltet ein dreigeschossiges System, das auf schrägen Stützen hoch über dem Boden thront. Dabei spielt die verspiegelte Unterseite des Neubaus eine besondere Rolle, in der sich die Besucher selbst sehen und der Boden reflektiert wird. Das „Centre for Promotion of Science“ wird in den oberen Ebenen wie aus einem Baukasten zusammengesetzt. Die einzelnen Institute sind rasterartig daneben angeordnet und alle miteinander vernetzt. Frei geformte Treppen und schräge Flächen sollen dem gesamten Gebäudeensemble eine schwereloses, leichtes Äußeres geben.
Die „Elevator City“ ist als wohl als radikaler Weiterentwurf von Corbusiers Pilotis zu verstehen und wurde durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Moderne erarbeitet. Nur Stützen und Erschließungselemente haben Kontakt mir dem Erdboden – der Rest der Gebäudestruktur ist vom Boden losgelöst und gibt diese Fläche frei. Die funktionale Trennung der modernistischen Bewegung wird bei Wolfgang Tschapaller „durch die Komplexität der Gleichzeitigkeiten ersetzt“. Der Charakter des Geländes soll durch eine Mischung exotischer und einheimischer Pflanzen sowie durch Rad-, Wander- und Joggingwegen bestimmt werden. Funktionale Flächen wie Parkplätze verschwinden unter der Erde. Die „Stadt der Fußgänger“ soll zu 65 Prozent begrünt werden und im Erdgeschoss eine freien Blick in jede Richtung erlauben.
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aber nie wirklich und real gebaut.
ich hoffe, das ändert sich mit eurem projekt.
vielversprechend, wenn es nachher so aussieht wie auf den bildern.
Die funktionale Trennung der modernistischen Bewegung wird bei Wolfgang Tschapaller durch die Komplexität der Gleichzeitigkeiten ersetzt.
Selten wurde eine Trivialität verschwurbelter verpackt.
Mal ganz davon abgeseghn, dass der vorgelegte Entwurf räumlich genau die angeblich ersetzte "funktionale Trennung" zelebriert.
Eine Kiste ist eine Kiste ist eine Kiste. Auch wenn sie ab und zu auf schrägen Pilotis steht.
direkt neben dem eingangsplateau rauscht die autobahn vorbei, und ob die planer schon mal in novi belgrad waren. da rauscht ganz schön der wind durch. für einen anderen ort durchaus akzeptabel aber zwischen donau und save fragwürdig