Akropolis der Wuppertaler Verwaltung
Transformation von kister scheithauer gross
BuBaDi – das so locker klingende Akronym steht für einen ziemlich streng wirkenden Verwaltungskoloss aus dem 19. Jahrhundert: die ehemalige Bundesbahndirektion in Wuppertal. Nach 14 Jahren Leerstand wurde der prominent neben dem Hauptbahnhof gelegene Komplex von kister scheithauer gross (Köln/Leipzig/Berlin) für eine neue öffentliche Nutzung saniert und umgebaut. Beauftragt hatte das Revitalisierungsprojekt die Clees Unternehmensgruppe, die die Immobilie nun an die Stadt vermietet. Die wiederum bringt hier Bürgerdienstleistungen und Jobcenter unter, darüber hinaus nutzt auch die Bergische Universität einen Teil der Räume.
Errichtet wurde das denkmalgeschützte Gebäude in mehreren Etappen zwischen 1875 und 1940. Aufgrund seiner leicht erhöhten Lage und der klassizistischen Gestaltung sprechen ksg auch von einer „‚Akropolis‘ der preußischen Verwaltung im Rheinland“. Während die charakteristische äußere Erscheinung des Baus erhalten blieb, zielten die Interventionen im Inneren darauf ab, die hierarchisch aufgebaute Raumstruktur in ein barrierefreies und nutzerorientiertes Verwaltungs- und Hochschulzentrum zu verwandeln. Um mehr und offenere Räume zu schaffen, setzten die Architekt*innen auf Verdichtung innerhalb der historischen Bausubstanz und eine funktionale Neuorganisation des Innenlebens.
Den wichtigsten diesbezüglichen Eingriff nahmen die Architekt*innen in den beiden Innenhöfen vor, die sie im Erdgeschoss mit einer eingestellten Holzkonstruktion teilweise überdachten. Die transparente Pfosten-Riegel-Fassade steht in klarem Kontrast zur massiven Geschlossenheit des Bestands. Große Oberlichter durchbrechen die Gründächer und bringen zusätzliches Tageslicht in die Räume. Des Weiteren wurde das vorhandene Staffelgeschoss erneuert und in seiner Höhe angehoben. Der Querriegel, der beide Höfe teilt, erhielt eine zusätzliche Aufstockung, die mit einem Walmdach aus Zink abschließt.
Im Gebäudeinneren führten ksg zahlreiche historische Elemente in ihren originalen Zustand zurück oder setzten sie neu in Szene. Beispielsweise wurden zuvor abgehängte Kappen-Tonnengewölbe in den Gängen freigelegt und die Farbgestaltung der historischen Treppenhäuser wieder an die ursprüngliche Farbpalette angeglichen. (da)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- kister scheithauer gross
- Projektteam:
- Dorothee Heidrich (Projektleitung Innenarchitektur), Lutz Löllmann, Michel Lehmkuhl, Antonia Barkhoff, Atem Morfaw, Peter Kersting
- Entwurfsverantwortlicher Gesellschafter:
- Johannes Kister
- Bauherrschaft:
- Clees Gewerbeimmobilien
- Fläche:
- 24.000 m² BGF