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26.05.2020

Neues Office im alten Lesesaal

Transformation einer Bibliothek zum Bürohaus von Hastings in Nashville


Mehr als 35 Jahre lang war in dem prominent platzierten, zweigeschossigen Bauwerk, das auf einem Sockel an der Polk Avenue im Herzen von Nashville thront, die öffentliche Zentralbibliothek der Hauptstadt des US-amerikanischen Bundesstaates Tennessee zu finden. Als die Bibliothek 2001 umzog verfiel das 1965 vom Architekten Bruce Crabtree – der etliche Bauten in Nashville hinterlassen hat – im Stil des „New Formalism“ realisierte Gebäude in einen Dornröschenschlaf.

Daraus erweckt wurde es nun vom lokal ansässigen Büro Hastings Architecture, das die architektonische Landmarke 2017 mit dem Ziel erwarb, sie einer neuen Nutzung zuzuführen: als Bürohaus für das eigene Team und andere Kreative. Deshalb wurde umfassend restauriert und im Inneren umgebaut. Nun arbeiten Hastings mit mehr als 85 Architekt*innen auf rund 2.300 Quadratmetern in der ehemaligen Bibliothek, die restlichen Büroflächen werden von einem weiteren Architekturbüro und einer Künstler- und Talentagentur genutzt.

Die Revitalisierung der Immobilie geschah mit großer Rücksicht auf ihre originale Gestaltung, die so weit als möglich erhalten beziehungsweise wiederhergestellt werden sollte. Die Tafeln aus Georgia-Cherokee-Marmor, die die Fassade umhüllen, sind nun gesäubert, repariert und teilweise durch neue Elemente aus demselben Steinbruch ersetzt, aus dem auch Crabtree einst sein Material bezog. Die Verglasungen wurden gegen modernes, hochwertiges Glas getauscht, der Terrazzoboden in der Lobby und die mit Terrazzo verkleidete monumentale Treppe erhielten eine Generalüberholung.

Nach seiner inneren Neuorganisation bietet der Bau nun Bereiche mit unterschiedlichen Graden an Öffentlichkeit – vom intimen Telefonraum für die individuelle Nutzung über Räume für konzentriertes Arbeiten bis hin zum offenen Studio und Café ist alles dabei. Im ersten Geschoss wurde das frühere Auditorium in einen öffentlichen Community-Raum „The Athenaeum“ umgewandelt, der Platz für bis zu 300 Menschen bietet und kommunalen Organisationen ebenso wie Non-Profit-Gruppen für Veranstaltungen offensteht. „Dieses historische Gebäude diente einst als öffentliche Bibliothek. Es war uns daher wichtig, weiterhin einen für die Öffentlichkeit zugänglichen Bereich zu erhalten und der Kommune zugleich einen Versammlungsraum zur Verfügung zu stellen“, führt William Hastings dazu aus.

Das offene Büro, in dem das Architekt*innenteam nun arbeitet, atmet mit seinen hohen Decke und den großen Fenstern noch die Atmosphäre des alten Lesesaals. Wer nach oben schaut, kann an der Ausrichtung der linienförmigen Pendelleuchten ablesen, wie hier einst die Bücherregale angeordnet waren. Konstruktionselemente wie Betonstützen, Scherwände und Decke wurden von allen Verkleidungen befreit, so dass die originale Tragstruktur nun offen sichtbar ist. Sämtliche Interventionen und Einbauten von Hastings sind in Schwarz und Weiß gehalten, um die historische Gestaltung so wenig wie möglich zu stören. Vereinzelt auftauchende Elemente aus Nussbaumholz verstehen sich als Referenz auf das frühere Interieur der Bibliothek. (da)

Fotos: Eric Laignel


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