Luxemburger Preis für Architekturkritik erstmals verliehen
Tom Ravenscroft ausgezeichnet
Am vergangenen Mittwoch, 29. April 2026, wurde zum ersten Mal der Luxemburger Preis für Architekturkritik verliehen. Ins Leben gerufen von der Luxemburger Architektenkammer (OAI) und dem Berliner Verlag DOM publishers, will er zur öffentlichen Debatte über zeitgenössische Baukultur anregen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Bauwerk selbst, sondern dessen Rezension. Die Beiträge werden außerdem nicht von einer Fachjury, sondern von einer interessierten Leserschaft bewertet.
Ausgezeichnet wurde der britische Architekturhistoriker und Journalist Tom Ravenscroft, der derzeit für das Online-Magazin Dezeen schreibt. Neben ihm waren neun weitere Kritiker*innen aus neun europäischen Ländern nominiert – darunter Beatrix Flagner (Bauwelt) und David Kasparek (freier Journalist) aus Deutschland.
Die Nominierten wurden zu einem Besuch nach Luxemburg eingeladen, wo sie jeweils zwei zeitgenössische Bauten besichtigten und anschließend besprachen. So entstanden 20 Artikel, die in der auf Englisch, Französisch und Deutsch erschienenen Publikation Architecture deLUX versammelt und auch über die Website der OAI zugänglich sind.
Mehrere hundert Leser*innen aus ganz Europa stimmten per Postkarte und online darüber ab. Publikumsfavorit war Ravencrofts Text zum Wasserturm Château d’eau Altrier, der 2018 nach Plänen von BFF Architectes (Luxemburg) und Daedalus Engineering (Heffingen) fertiggestellt wurde. In Zukunft soll der bisher nicht dotierte Preis regelmäßig vergeben werden, sagen die Verantwortlichen. (da)