Modernes Tor zur Niederösterreichischen Landesausstellung
Temporäre Erweiterung von WAY und Maurer & Partner
Das Landesklinikum Mauer in Amstetten zwischen Wien und Linz gehört zu den ältesten psychiatrischen Einrichtungen Österreichs. Das denkmalgeschützte, um 1900 in einem parkartigen Setting errichtete Jugendstil-Ensemble wurde von Carlo von Borg, einem Schüler Otto Wagners, entworfen. Noch heute befindet sich die Anlage in ihrer ursprünglichen Nutzung.
Aktuell ist das Gelände außerdem Schauplatz der Niederösterreichischen Landesausstellung. Die laufende Ausgabe der kulturgeschichtlichen Schau, die alle zwei bis vier Jahre an wechselnden Orten stattfindet, kreist nämlich um das Thema psychische Gesundheit. Noch bis zum 8. November 2026 wird sie im Verwaltungsgebäude Haus 21 gezeigt.
Im Vorfeld wurde der Bau von einer ARGE aus WAY Architecture (Wien) und Maurer & Partner (MJM) (Hollabrunn) saniert und hofseitig um einen temporären Pavillon erweitert. Dieser nimmt für den Zeitraum der Ausstellung Information, Ticketschalter, Garderoben und Gastronomie auf. Die beiden Büros in Arbeitsgemeinschaft realisierten bereits mehrere Sanierungsprojekte für die Klinik.
Ein besonderes Augenmerk lag bei Haus 21 auf der Restaurierung historischer Details und Ausstattungselemente. Im Mittelpunkt stand dabei das sogenannte Kaiserfenster, eine verglaste Tür in der Mittelachse der Eingangshalle. Der Überlieferung zufolge wurde sie einst feierlich von Kaiser Franz Joseph I. bei der Eröffnung der Klinik 1902 durchschritten, danach verschlossen und mit einer Statue versperrt. Nun ist sie wieder geöffnet und dient als Zugang zum neuen Pavillon. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts war die barrierefreie Erschließung des kompletten Hauses über Rampen, angepasste Wegeführungen und die Nachrüstung eines Aufzugs.
Die räumliche Ergänzung im Innenhof steht als temporäre zeitgenössische Intervention in bewusstem Gegensatz zum gediegenen Bestand. Der leichte Pavillonbau in modernistischer Formensprache zeichnet sich durch großzügige Glasflächen und klare Linien aus. Ein aufgeständertes Dach kragt weit aus und schafft einen nahtlosen Übergang vom Haus zur Parkanlage. Nach Ende der Ausstellung wird die spurlos rückbaubare Konstruktion wieder verschwinden. (da)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- ARGE WAY Architecture – Maurer & Partner
- Bauherrschaft:
- Land Niederösterreich
- Fläche:
- 1.000 m²
- Baukosten:
- 15.820.000 €
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