Philosophie des Verschwindens
Teehaus aus Beton in China
Was haben Großbritannien, Ostfriesland und China gemeinsam? Alle pflegen bis heute die Tradition der Teezeremonie. Die chinesische Teekultur gilt dabei als die älteste ihrer Art – besonders interessant also, wie die junge Architektengeneration neue Räume für diese alte Kultur gestaltet. Das chinesische Büro archiplein (Shanghai) hat im Jiuhua-Gebirge in der Provinz Anhui ein Teehaus aus Beton realisiert.
Der Ort ist für seine schöne Landschaft und vielen Tempel berühmt. Das Tianzhoushan-Teehaus liegt an einem See inmitten der vier heiligen Berge des chinesischen Buddhismus. Die Architekten wollten einen besonderen Bezug zwischen dem Gebäude und der umliegenden Natur herstellen und haben sich für den Entwurf des zeitgenössischen Baus von der traditionellen chinesischen Malerei inspirieren lassen. Bei dieser sind Architektur und Natur nicht zwei getrennte Systeme, sondern verbinden sich zu einer Komposition.
Das etwa 1.000 Quadratmeter große Teehaus reproduziert die natürlichen Formen auf eine abstrakte Art und folgt der Bewegung der Landschaft. Für diese spezielle Situation haben die Architekten eine „Philosophie des Verschwindens“ entwickelt: Das Gebäude vervollständigt die Kontinuität der vorhandenen Topographie. Die Räume und Wege in dem Gebäude inszenieren diese, während die verschieden großen Fensterquadrate die Landschaft einrahmen. Der reduzierte Einsatz der Materialien, die rauen Betonwände und der Blick über das Wasser geben dem Neubau einen kontemplativen Charakter. Hier kann man auf einfachen Holzstühlen sitzen und seinen Tee trinken.
Fotos: Frédéric Henriques
Das Teehaus steht mittem auf dem Land muss man dazu sagen, in China wird sowieso nichst gebaut was die Partei absegnet, einer der Büroinhaber wird gute Kontakte in dem Dorf haben oder dort geboren sein.
Im uebrigen koennte man diese Formensprache sehr wohl auch mit Naturstein, Schiefer, Klinkern oder Holz umsetzen. Sieht mit Sicherheit genauso gut, wenn nicht sogar besser aus - und altert auch besser...
ich fühle mich fast beleidigt, hier im baunetz solche bilder gezeigt zu bekommen - wie gern würde man hierzulande mal wieder in sichtbeton bauen - aus kostengründen im zeitalter der energiewende aber nahezu unmöglich. gezwungen zum geldfressenden einbau äußerst kurzlebiger (nachhaltigkeit versprechender) haustechnik, bleiben für die hausoberfläche nur noch wdvs, klinkerriemchen und hinterlüftete leichtbauplatten-fassaden, vom innen-komplettausbau in gipskarton ganz zu schweigen.
und sehnsüchtig schweifen die blicke der architekten ins ferne china. wenn es nicht gerade die europäische wirtschaft durch seine kampfpreise demontiert, zeigt es uns jetzt seit ein paar jahren also auch noch, wie man poetische, archaische architektur realisiert.
ein trauriges spiel.