Wieder wie damals
Schule von Behnisch in Niederbayern
Morgen wird in Ergolding im niederbayrischen Landkreis Landshut der Neubau für das örtliche Gymnasium offiziell eingeweiht. Mit diesem Schulbau knüpft das Büro Behnisch Architekten (Stuttgart) wieder an die eigene Handschrift aus den achtziger Jahren an: Wie damals ist der Grundriss geprägt von winklig zueinander gruppierten Baukörpern, auch wenn die Architektur heute gerader und glatter detailliert ist. Das Büro hatte 2011 ein VOF-Verfahren gewonnen; das Gebäude entstand in Projektarbeitsgemeinschaft mit dem Architekturbüro Leinhäupl + Neuber.
Die neu gebaute, vierzügige Ganztagsschule für 800 Schüler ist aufgrund ihrer Lage direkt an einer stark befahrenen Bundesstraße mit ihren Klassenzimmern nach Norden hin ausgerichtet. Die Flure auf der Südseite dienen als Pufferzone für den Verkehrslärm. Viel Grün umschließt den Neubau und bildet auf der Südseite unterschiedlich geformte Höfe aus, einen für die Mensa und die Bibliothek, einen für die Kunstklassen.
Das zentrale Element des Hauses ist die helle Pausenhalle. Sie ist nicht nur überdachter Aufenthaltsbereich, sondern auch Zugang zur Schule über alle vier Geschosse und Verteiler für die jeweiligen Ebenen. Sie bietet als Aula Raum für Schulveranstaltungen, kleine Ausstellungen, Theatervorführungen und Konzerte.
„Ein Kind hat drei Lehrer: die anderen Kinder, den Lehrer und den Raum“, zitieren die Architekten eine schwedische Schulweisheit. Als Ganztagesschule bietet der Bau auch Räume für Schulmensa und Hausaufgabenbetreuung, Ruheräume und lernorientierte Aufenthaltsräume, Bibliothek und einen großen „Silentiumraum“ für die Lehrer, außerdem eine Zweifeldsporthalle. In einer so genannten Schüler-Lounge können die Schüler in Gruppen oder alleine entspannen oder arbeiten. Die Klassenzimmer sind als vielfältig nutzbare Räume gestaltet, in denen Gruppen-, Einzel- oder auch Frontalunterricht stattfinden kann.
Fotos: David Matthiessen
aber die "diametral den behnisch-prinzipien".....widersprechende WDVS fassade ist real existierende bautechnik.... vor 20 jahren wars noch egal ob man alles verglast hat ums danach alles mit sonnenschutz wieder zu verdunkeln oder ein paar stahlträger durch die fassade pfeifen lassen (als oberste perversion beim bonner bundestag dann mit BEHEIZTEN trägern. in kalifornien ist das alles weiter machbar...aber halt nicht in Mitteleuropa, schon gar nicht wenn man sich als gründungsmitglied des DGNB vermarktet. aber die zeiten sind vorbei und
lebenswert finde ich das haus irgendwie gar nicht. klar, alles geschmacksache. mir ist es zu grell und auf seine art zu klinisch. derart große lufträume wie auf bild 4 finde ich einfach "too much". das problem am wdvs ist, dass es sehr schnell und sehr schlecht altert. schlecht wird ein wdvs an einem behnisch-projekt, weil es behnischs prinzipien diametral entgegensteht. wdvs ist ein material für die opake schwere wand, die an einen behnisch-entwurf nicht gut hinpasst. zudem tektonisch ziemlich seltsa, über einer durchgehenden verglasung im eg massive wandstücke schweben zu lassen. das passt alles nicht gut zusammen. @Mario Mertens ja genau, es wirkt, als hätten es sich die architekten nicht ausgesucht, den innenraum so krass durch farbe zu dominieren und die fassade durch (mutmaßliches) wdvs. was wiederum zeigt, dass behnisch-architektur in der heutigen zeit nicht mehr 1:1 so passt wie "damals", als energetisch optimiertes bauen eine geringe rolle spielte. das gilt auch für die gebäudekubatur, die nach heutigen maßstäben ziemlich verschwenderisch ist.