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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Synagoge_von_KSG_in_Ulm_eingeweiht_3019223.html

30.11.2012

Mit Fenster nach Jerusalem

Synagoge von KSG in Ulm eingeweiht


In Ulm wird am Sonntag der dritte neue Synagogenbau, der in Baden-Württemberg nach dem zweiten Weltkrieg entstanden ist, eröffnet. Der Neubau, vom Kölner Büro Kister Scheithauer Gross (KSG) entworfen, steht am Rande des Platzes am Weinhof, gegenüber der ehemaligen, während des Novemberprogroms 1938 zerstörten Synagoge. Der viergeschossige Gebäudekubus ist in der fertig gestellten Version kürzer als die in der 2010 aus dem Wettbewerb als Sieger hervorgegangenen Variante. Er misst nun 24 Meter in der Breite, 16 in der Tiefe und ist 17 Metern hoch.

„Die Synagoge und das jüdische Gemeindezentrum sind in einem einzigen Baukörper zusammengefasst. Der kompakte Quader steht frei auf dem Platz. Die Position ergibt sich aus der Geschichte: in der Pogromnacht 1938 wurde die ehemalige Synagoge, die in die Straßenrandbebauung des Weinhofes eingefasst war, zerstört. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Lücke mit einem Gebäude profaner Nutzung bebaut. So verlor die Synagoge ihren angestammten Platz im Zentrum der Stadt Ulm. Das Bauwerk der jetzigen Synagoge hat ein neues Grundstück eröffnet. Als wäre die Synagoge von ihrer ehemaligen Position aus einen Schritt nach vorne getreten, hat sie sich ihren Standort zurückerobert. Ohne baulichen Saum steht sie als Solitär auf dem Weinhof“, erläutert Susanne Gross von KSG das städtebauliche Konzept.

Alle Nutzungen, Foyer, Synagoge, Mikwe, Versammlungssaal, Schul- und Verwaltungsräume sowie die Kindertagesstätte wurden in einem monolithischen Baukörper untergebracht. Die Räume sind orthogonal organisiert. Nur die Synagoge ist um die einzige freistehende Stütze des Gebäudes gedreht, ihre Achse verlagert sich in die Diagonale. Der Ausrichtung der Synagoge nach Südosten erklärt sich aus der Orientierung des Raumes in Richtung Jerusalem.

Durch diese diagonale Ausrichtung entsteht auch das vielleicht prägnanteste Element des Entwurfs, das Eckfenster, das mit dem Motiv des Davidsternes als Raumfachwerk spielt. Das „Jerusalemfenster“ illuminiert den Gebetsraum mit 600 kleinteiliegen Öffnungen. Der für die jüdisch-orthodoxe Gemeinde konzipierte Gebetsraum bietet – inklusive der 40 Sitze auf der Frauenempore – Platz für 125 Personen.

Fotos: Christian Richters


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Zu den Baunetz Architekten:

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