Die Moral der Architektur
Symposium in Wien
Die fortschreitende Geschichtsforschung und die damit einhergehende Aktualisierung biografischer Kenndaten bringt nicht immer nur Positives hervor. Moralisch zweifelhafte Details des Lebenslaufes kratzen am Image bekannter Persönlichkeiten – insbesondere in der Architekturgeschichte, in der Kanonisierung und Heroisierung noch immer zentrale diskursprägende Mechanismen sind. Ein Symposium des Az W in Kooperation mit Docomomo Austria und der ÖGFA am Samstag, 31. Januar 2026, stellt die Frage nach dem Politischen in der Architektur.
Ausgehend von der Auseinandersetzung mit Architekturbiografien des Nationalsozialismus wird diskutiert, ob und wie sich eine kritische Haltung zur Person mit der Würdigung des Werks vereinbaren lässt. Zudem soll es um den Wandel unserer ethischen Maßstäbe gehen: Ändert sich die Bewertung eines Werkes mit ihnen? Was gibt uns die Sicherheit, moralisch urteilen zu dürfen? Und welche Relevanz hat die Aufarbeitung für eine Gegenwart, in der Architektur ebenfalls politisch instrumentalisiert wird?
Ernst Piper (Universität Potsdam), Hartmut Frank (HCU Hamburg) und Stephan Trüby (Universität Stuttgart) liefern die Keynotevorträge zu drei Themenblöcken: „Vom Umgang mit Geschichte – Disziplinen im Austausch“, „Moral, Biografie, Werk – Handlungsanweisungen“ und „Öffentliche Aufarbeitung – Politische Räume und architektonischer Diskurs“.
Zu Gast sind Paul Mahringer (Bundesdenkmalamt, Wien), Philipp Oswalt (Universität Kassel), Antje Senarclens de Grancy (TU Graz), Hilde Strobl (Universität Innsbruck), Martin Boesch (USI Mendrisio / Zürich), Eva Rubin (Architektin, Klagenfurt), Angelika Schnell (Akademie der bildenden Künste Wien), Aya Soika (Bard College Berlin), Martin Düchs (NDU St. Pölten), Zsófia Kelm (Berlin), Anna Paul (DiskursArchitektur, Wien) und Monika Platzer (Az W, Wien). Die Moderation übernehmen die beiden Organisatoren Albert Kirchengast (Docomomo) und Maik Novotny (ÖGFA). Anna Soucek (Ö1, ORF) fasst den Tag abschließend zusammen.
Termin: Samstag, 31. Januar 2026, 9.30–19.30 Uhr
Ort: Az W, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Der Eintritt ist frei, keine Anmeldung nötig.