Schallschutz gestaltet
Studentenapartments in München von juergenseifert.com Architektur
Im Münchner Stadtteil Giesing, am viel befahrenen Mittleren Ring, hat das Büro juergenseifert.com Architektur (München) ein privatfinanziertes Apartmenthaus realisiert, das sich ausschließlich an Studierende richtet. Entstanden ist es unter dem Namen United Homes Giesing im Auftrag des Immobilienentwicklers BPD Region Südost (Nürnberg, München).
Der winkelförmige Neubau ersetzt kleinere Bestandsbauten und ergänzt die Ecke einer aufgelösten Blockrandbebauung. Mit einer Bruttogrundfläche von rund 2.950 Quadratmetern umfasst er 65 Einzimmerwohnungen zwischen 18 und 37 Quadratmeter sowie 12 Tiefgaragenstellplätze. Beide Volumen wurden in Stahlbetonbauweise mit Wärmedämmverbundsystem errichtet. Hinter der markanten Fassade stecken umfangreiche Schallschutzmaßnahmen.
Als Schallpuffer setzen die Architekt*innen der Putzfassade straßenseitig eine Ebene aus tiefen Kuben als geschlossenen Loggien vor. Dem Raster der Wohneinheiten folgend, wechseln sie Stahlbetonfertigteil- und Glasloggien miteinander ab, sodass ein bewegtes Fassadenbild entsteht. Im Erdgeschoss sitzen die vertikalen Balkonreihen auf trapezförmigen Fensteröffnungen. Zum Innenhof erzeugen geschwungene Balkonbänder einen Kontrast zur Gebäudevorderseite.
Während der zur Bundesstraße ausgerichtete Bau mit einem Staffelgeschoss mit Flachdach abschließt, erhielt der abgewandte, flachere Bauteil ein Satteldach, das auf die anschließenden Bestandsbauten reagiert. Im Satteldach ist eine Gemeinschaftsterrasse eingeschnitten. Zwei weitere Gemeinschaftsräume gibt es im Erdgeschoss. Die Wohnungen stehen derzeit zum Verkauf. Der Preis für eine 30 Quadratmeter-Wohnung im Dachgeschoss liegt bei 462.800 Euro. Die Nutzungsbeschränkung auf studentisches Wohnraum ist über das Grundbuch festgeschrieben. (sbm)
Fotos: Rainer Taepper
Mehr zu den Schallschutzanforderungen an Fassaden gibt es im Fachportal Fassade bei BauNetz Wissen.
Darf ich mal kurz? Also:
Taubendraht? Die Attiken sind doch extra abgeschrägt und sauber ausdetailliert mit Abläufen etc. Ganz davon abgesehen: Tauben mögen keinen Lärm. Das Problem sollte sich bei einem Studentenwohnheim erst gar nicht ergeben.
Und warum keine "einzige" Pufferzone? Hä!? Schauen Sie doch mal hin! Die Loggien sind >> vertikal << zusammengefasst, damit nicht zu viel Außenfläche generiert wird. Ansonsten wirkt das sauber geplant und ausgeführt, mit vernünftig hochgezogenen Rändern, Abflüssen, etc.
Ich vermute außerdem, dass die Gebäudewand auf der Baulinie eines BPlans steht und die Vorsprünge der Loggien das Baurecht ausreizen, d.h. mehr (eine "einzige Pufferzone") wird auch baurechtlich nicht dringewesen sein. Passt gut so wie es ist.
Ansonsten ist wohl Vieles auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Mir gefallen die gekurvten Balkone hier deutlich besser als vorgehängte Kisten oder gar ein "einziger" durchgehender Balkon. Da wohnen ja Studenten und keine Großfamilien...
Und wer gleichzeitig darüber meckert, dass hier nicht mehr Geld in die Hand genommen wurde UND die Preise für die Wohnungen jetzt schon teuer sind: Merkste selber, oder?
Wie gesagt: Dafür gewinnt man nicht den Pritzker-Preis, aber es ist spannend, sauber geplant und weit überdurchschnittlich im Vergleich zu dem, was sonst so gebaut wird. Weitermachen.
Ob diese Anlage überteuert ist oder nicht...dafür kann die Architektur nichts. Das kann hier niemand ernsthaft bewerten.
Mir kommt das Gebäude allerdings etwas grau vor aber die Studenten werden noch etwas Farbe ins Spiel bringen. Besonders wenn die Wintergärten zur Straße zugemüll...also in Benutzung sind.