Erstlingswerk mit Ausblick
Schule im Aargau von Kummer Schiess Architekten
In der Gemeinde Ennetbaden im Aargau, rund 25 Kilometer nordöstlich von Zürich, erhielt die Schulanlage einen Neubau. Auf einem Hanggrundstück an der Limmat ersetzt das neue Schulhaus Bachtal Ennetbaden ein sanierungsbedürftiges Gebäude von 1964. Für das junge Architekturbüro Kummer Schiess Architekten aus Zürich markiert der Bau das erste große Projekt.
2018 gewann das Büro, das sich erst im selben Jahr gründete, den von der Gemeinde Ennetbaden ausgelobten Wettbewerb mit einem Entwurf, der behutsam auf die Topografie eingeht. Der längliche Baukörper umfasst zehn Klassenräume, einen Kindergarten, eine Bibliothek und Werkräume. Er schließt das Grundstück nach Nordosten hin ab und bildet mit den zwei bestehenden Schulgebäuden einen gerahmten Pausenhof. Nördlich vom Neubau mit einer Nutzfläche von etwa 2500 Quadratmetern befindet sich heute eine begrünte Lernlandschaft. Ein offener Durchgang im Riegel verbindet die beiden Außenbereiche. Dabei fungiert eine breite Treppe mit Sitzstufen als Aufenthaltsfläche und mündet im Haupteingang.
Kreisrunde Fensteröffnungen zum Durchgang hin gewähren Ein- und Ausblicke zur Bibliothek im Erdgeschoss. Erschlossen wird die Vertikale über ein schon fast skulpturales, großzügiges Treppenhaus an der Nordseite, das durch seine ellipsenförmige Grundform runde Kubaturen in den geradlinig konzipierten Komplex bringt. Das erste Obergeschoss fasst den Kindergarten und die beiden darüber die Schulnutzung. Die Schulgeschosse sind identisch organisiert: Vor dem Treppenturm befindet sich eine Sanitärzone, links und rechts davon je zwei Klassenzimmer und zwei kleinere Gruppenräume, die schaltbar sind.
Im Untergeschoss, das dank Topografie von Norden aus belichtet ist, befinden sich Werkräume für technisches und textiles Gestalten. Entsprechend der Nutzung findet man hier große, offene Flächen vor. Die Tragkonstruktion besteht aus fünf „gestapelten Hallen“, die jeweils aus vorgefertigten Betonrahmen zusammengesetzt sind. Die Fassade überzeugt durch Bandfenster, zwischen denen leicht angewinkelte, blassgrüne Wellblechpaneele sitzen. Für den Neubau investierte die Gemeinde 17,8 Millionen Schweizer Franken. (gk)
Fotos: Roland Bernath
auch wir (um)bauen nun seit einigen jahren schulen - stets mit offenem raumkonzept - ohne flure.
selbstverständlich machen gute lehrer in allen räumen guten unterricht - stellen sie sich aber die gleichen lehrer in guten und offenen räumen vor ... mit deutlich mehr (räumlichen) möglichkeiten auf die unterschiedlichkeit der kinder einzugehen und individuellen unterricht noch mehr zu gestalten ... das wäre doch toll - da geben sie mir doch hoffentlich recht.
zu guter letzt eine bitte - lesen sie bitte die (wissenschaftlichen) publikationen z.b. der montag-stiftung - danach sollte es keine 2 meinungen mehr geben ....
Man kann auch in einer Flurschule (egal ob aus der heutigen oder der Gründerzeit) hervorragend Kinder unterrichten. Es kommt in erster Linie auf die Lehrer und deren Motivation an.
Die Schönsten Räume nutzen nichts, wenn die Lehrer mit zu großen Klassen und der Bürokratie überfordert sind.
ich berichte aus eigener erfahrung als architekt und als preisrichter - als verfasser hat man alle möglichkeiten und als jurymitglied darf man bei den vorbesprechungen nicht pennen .... dann wäre auch eine schule mit zeitgemäßem pädagogischen konzept möglich gewesen - schade für die kinder ...
das konzept macht der auslober, nicht der architekt.
bis der über den WBW das haus entwirft ist am grundkonzept (der lehre) nichts mehr zu ändern.
und das preisgericht, zumindest die architekten des gremiums, können dann nur noch das beste , schönste, tollste aus einem vielleicht falschen konzept aussuchen....