Bambus-Beton
Steven Holl-Museum in China fertig
Und schon wieder gibt es eine fertiggestelltes Museum aus dem Reich der Mitte zu vermelden: Diesmal handelt es sich um das neue „Nanjing Museum of Art and Architecture”, geplant und gebaut von Steven Holl.
Der Museumsneubau steht am Eingang der „Contemporary International Practical Exhibition of Architecture“, einem als Architektur- und Kunstpark initiierten Projekts, das die Tourismusindustrie der prosperierenden Millionenstadt befördern und im Herbst eröffnet werden soll. Ungefähr 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, inmitten eines Nationalparks, besteht das privat finanzierte Projekt neben dem Kunstmuseum aus einem Kongresszentrum sowie aus 20 von Künstlern und Architekten wie Ai Weiwei oder David Adjaye entworfenen Villen.
Der Museumsbau selbst besteht aus einem kubischen Sockelgebäude mit Fassaden aus schwarzem Beton. Dabei wurde der Sichtbeton aus horizontal verlaufenden Bambus-Strängen verschalt, so dass die Außenhaut nun den expressiven Abdruck der Bambusäste aufweist.
Über diesem Sockelgebäude erhebt sich eine aufgeständerte Raumskulptur, die über eine Außentreppe erschlossen wird. Als Höhe- und Endpunkt des Museumsrundgangs wirkt eine breit dimensionierte Fensterfront, die den Blick der Besucher über den Nationalpark bis zu der weit entfernten Skyline der Millionenstadt Nanjing erlaubt.
Über 200 Objekte aus Beton unter www.baunetzwissen.de/Beton
Objekte von Steven Holl: Das Loisium in Langenlois und das Bloch Building in Kansas City
Rein formal ist die "Raumskulptur" für mich effektheischerei. OMA hats ja mit dem China Central Television Headquarters ähnlich gemacht...
Und hier behauptet mal endlich wenigstens keiner, dass das energieeffizient sei - hoffe ich.
Ob die Funktion darin optimal organisierbar ist, ist "von aussen" nicht zu beurteilen. Könnten interessante Raumsequenzen drin sein?
Die Treppe hätte wirklich mehr Eindruck machen müssen.
Der Bambusbeton ist in der Struktur sehr schön. Hoffentlich ist das örtliche Klima so, dass in den nächsten Jahren durch Algenbewuchs der Kontrast zur Landschaft nicht verloren geht.
Bejubelt werden hier solche Gebäude nur, wenn sie einsam an einem norwegischen Fjord oder in sonst tollen Landschaftsräumen stehen. Die Frage, ob man an solchen Orten überhaupt bauen sollte und eher die Nachbarschaft der allgemeinen Bauidylle (in China und andeswo) aushalten müsste, hat sich bisher wohl noch keiner gestellt?